Nach erster Niederlage der Saison: Trainer Wiegert hat Kiel-Pleite abgehakt
Von Gerald Fritsche
Magdeburg - Die erste Bundesliga-Niederlage nach 331 Tagen hat Trainer Bennet Wiegert (44) vom SC Magdeburg nicht überrascht. Das 29:31 beim THW Kiel sei deshalb kein Weltuntergang.
"Natürlich hätte ich es gern noch etwas nach hinten gezogen und noch ein wenig an der Serie geschraubt. Aber der SC Magdeburg soll sich nicht über Serien und Erfolge profilieren, sondern über die Arbeit, die dahintersteht. Wir sind sehr demütig mit dieser Serie umgegangen. Es kam von außen, dass der SC Magdeburg kein Spiel verlieren wird. Ich habe mich nach der Niederlage nicht erschrocken, denn über's Wasser gehen können wir alle nicht", sagte Wiegert in einer Presserunde.
Analysiert hat er das Spiel bereits. Auch die Tatsache, dass man erneut drei Siebenmeter nicht verwandeln konnte - beim Unentschieden gegen Kiel im Hinspiel waren es sogar fünf - hat Wiegert registriert.
"Ich weiß, dass unsere Statistik von etwa 80 Prozent in der vergangenen Saison auf etwa 70 Prozent gefallen ist. Das ist nicht wegzudiskutieren. Trotzdem ist es nicht auf meiner Top-drei-Liste, was es abzuarbeiten gilt. Technisch-taktische Sachen sind für mich wichtiger", sagte der Coach des Bundesliga-Tabellenführers.
Bereits am Mittwoch hat der SCM im Heimspiel der Champions League gegen den dänischen Spitzenclub GOG Håndbold die Möglichkeit, die Kiel-Pleite vergessen zu machen. "Unser Ziel war es vor der Saison, die Champions-League-Gruppenphase als Erster oder Zweiter abzuschließen und direkt in das Viertelfinale zu kommen", sagte Wiegert, dessen Team in der Königsklasse noch ungeschlagen ist und bereits mit einem Punkt das Ziel vorzeitig erreichen kann.
"Wenn wir das jetzt schaffen können, worauf dann noch warten? Es ist unsere Kultur, dass wir, wenn wir auch immer einen der ersten beiden Plätze sicher haben, weiter Spiele gewinnen wollen. Es ändert sich deshalb nichts", betonte der Trainer des Champions-League-Siegers.
Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa
