Rallye-Legende schult Rettungskräfte im sicheren Fahren

Von Ulf Vogler

Kempten - Für sie gilt: schnell ankommen, aber vor allem auch trotzdem sicher ankommen. Die Fahrer von Rettungsfahrzeugen stehen besonders unter Druck, wenn sie mit Blaulicht und Sirene durch die Städte müssen.

Jutta Kleinschmidt (63) gewann 2001 die Automobilwertung auf der Rallyestrecke Paris-Dakar. Als bislang einzige Frau der Welt. Und als bislang einzige Person aus Deutschland.  © Jason Tschepljakow/dpa

Damit sie heil ankommen, gibt es für sie spezielle Sicherheitstrainings. Bei einer Schulung in Kempten hatten einige Einsatzkräfte des Malteser Hilfsdienstes dabei nun eine besondere Lehrerin.

Jutta Kleinschmidt (63), die einzige Frau, die bisher die legendäre Wüstenrallye Dakar gewinnen konnte. Kleinschmidt betonte, wie wichtig solche Schulungen hinter dem Lenkrad seien – selbst wenn man schon richtig gut fahre.

"Man kann immer etwas dazulernen." Da es darum gehe, flott zum Einsatzort zu kommen oder mit den Patienten in die Klinik, seien Tipps aus dem Rennsport durchaus sinnvoll.

FC Erzgebirge Aue Nach Personal-Knall: Aue stellt Tashchy weiterhin frei - Wechselt er nach Asien?

"Die Jungs und Mädels sind ja ziemlich schnell unterwegs", sagte die 63-Jährige über die Teilnehmer. Kleinschmidt will den Fahrerinnen und Fahrern insbesondere auch die grundlegenden Dinge vermitteln.

Dazu zählten Lenktechnik und auch ganz einfach die Sitzposition. "Meistens sitzt man zu weit weg", sagt die Profifahrerin. "Auch eine ruhige Lenkbewegung ist wichtig, um das Fahrzeug auf der Strecke zu halten."

Anzeige

Defensiv hinter dem Steuer, auch wenn es schnell gehen muss

Einige Einsatzkräfte des Malteser Hilfsdienstes hatten beim Training in Kempten mit Kleinschmidt (l.) eine ungewöhnliche Lehrerin.  © Jason Tschepljakow/dpa

Die Rettungskräfte der Malteser aus ganz Deutschland, die zu dem Training ins Allgäu kamen, waren jedenfalls begeistert.

"Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht, und man nimmt immer was mit", sagte ein Teilnehmer hinterher.

Für die Fahrer von Krankentransporten und auch von Feuerwehr-Lastern gibt es überall in der Bundesrepublik solche speziellen Sicherheitstrainings. Kurvenfahren, Bremsmanöver und schnelles Reagieren mit den Wagen bei plötzlichen Hindernissen sind die Inhalte dieser Blaulicht-Schulungen.

Olympische Winterspiele Olympia 2026: Das sind alle Wettkämpfe am 11. Februar

Denn Untersuchungen kamen in der Vergangenheit mehrfach zu dem Ergebnis, dass das Risiko eines Unfalles während der Einsatzfahrten um ein Vielfaches erhöht sei.

Es sei entscheidend, dass die Verkehrssicherheit konstant Teil der Ausbildung der Einsatzkräfte sei, betonte Michael Schäfers, Leiter Rettungsdienst bei den Maltesern.

Fahrsicherheitstrainings gehörten daher zu den regelmäßigen Weiterbildungen des Personals. "Uns geht es um eine defensive Fahrweise auch bei Einsatzfahrten."

Mehr zum Thema Motorsport: