Er fuhr mit Ralf Schumacher in Team und verlor bei Unfall beide Beine: Ex-F1-Pilot Zanardi ist tot
Von Christoph Sator
Rom (Italien) - In der Formel 1 saß er auch als Teamkollege von Ralf Schumacher (50) am Steuer, bei einem Unfall auf dem Lausitzring verlor er später beide Beine - gab aber nie auf. Jetzt ist Alessandro Zanardi mit 59 Jahren gestorben.
Das teilte seine Familie mit. Zur Todesursache machte sie keine genaueren Angaben.
Der ehemalige Formel-1-Pilot und spätere Behindertensportler sei am Freitagabend plötzlich verstorben. "Alex ist friedlich eingeschlafen, umgeben von der Zuneigung seiner Angehörigen", heißt es in ihrer Mitteilung zu seinem Tod.
Der Italiener hatte bei einem Rennunfall auf dem Lausitzring in Brandenburg 2001 beide Beine verloren. Danach fing er im Behindertensport mit dem Radsport an und gewann mit dem Handbike vier Gold- sowie zwei Silbermedaillen bei den Paralympics.
Zanardi war in der Formel 1 zwischen 1991 und 1999 bei mehr als 40 Rennen dabei. Er fuhr unter anderem für Lotus und Williams, wo er Teamkollege von Ralf Schumacher war. Nach dem Ende seiner Formel-1-Karriere verunglückte er nach einem Boxenstopp bei einem Rennen in der Champ-Car-Serie auf dem Lausitzring schwer. Ihm mussten beide Beine amputiert werden.
Bei den Paralympischen Spielen in London 2012 und Rio de Janeiro 2016 war er dann im Radsport erfolgreich.
Alessandro Zanardi schwebte nach einem weiteren Unfall lange in Lebensgefahr
Die Leidensgeschichte für den Italiener war aber noch nicht vorbei: 2020 verlor Zanardi bei einem Benefizrennen in der Toskana die Kontrolle über sein Handbike und kollidierte mit einem Lastwagen.
Dabei erlitt er schwerste Kopf- und Gesichtsverletzungen. Er schwebte damals lange Zeit in Lebensgefahr.
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (49) würdigte Zanardi als "außergewöhnlichen Menschen, der jede Prüfung des Lebens in eine Lektion in Mut, Stärke und Würde verwandeln konnte".
Und weiter: "Mit seinen sportlichen Erfolgen, seinem Vorbild und seiner Menschlichkeit hat er uns allen viel mehr als nur einen Sieg geschenkt: Er hat uns Hoffnung, Stolz und die Kraft gegeben, niemals aufzugeben."
Titelfoto: Bildmontage: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa, Matthias Hiekel/dpa-Zentralbild/dpa

