"Lächerlich", "Riesennachteil": Formel-1-Fahrer wüten schon vor Saisonbeginn

Bahrain - Die Formel-1-Saison 2024 ist noch nicht einmal gestartet, da sorgen schon zahlreiche Schlagzeilen rund um den Wechsel von Lewis Hamilton (39) zu Ferrari oder die Ermittlungen gegen Red-Bull-Teamchef Christian Horner (50) für Wirbel. Doch damit nicht genug: Jetzt toben auch noch die Fahrer wegen der Saisonvorbereitung!

Fernando Alonso (20) geht in seine 21. Saison als Formel-1-Stammfahrer.
Fernando Alonso (20) geht in seine 21. Saison als Formel-1-Stammfahrer.  © Luca Bruno/AP/dpa

Schon in rund einer Woche geht es wieder los: Vom 29. Februar bis zum 2. März steigt das erste Rennwochenende in der Formel 1 in Bahrain.

Dafür testen die Piloten bereits fleißig ihre neuen Boliden in dem Wüsten-Staat, doch insgesamt stehen nur drei Tage (21. bis 23. Februar) zur Verfügung - der Ansicht vieler Fahrer nach ein Unding!

Denn nicht nur sind diese drei Tage für viele Formel-1-Fahrer die einzige Gelegenheit, sich an die neuen Rennwagen zu gewöhnen, ihnen steht auch nur die Hälfte der Zeit zur Verfügung: In jeder Test-Session darf nur ein Fahrer pro Team an den Start gehen.

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"Ich habe es schon bei der Präsentation des Autos gesagt, dass ich es schwer nachvollziehbar finde, wie es sein kann, dass wir pro Fahrer nur eineinhalb Tage Vorbereitung auf eine WM-Saison haben", beschwerte sich etwa Aston-Martin-Pilot Fernando Alonso (42) laut motorsport-total.com auf einer Pressekonferenz am Donnerstag.

Das sei in etwa vergleichbar damit, "wenn man im Tennis den Schläger, die Bälle und überhaupt alles austauscht und dann die Spieler vor einem Grand-Slam-Turnier nur einen Tag damit trainieren lässt".

"Und bei uns reden wir hier von der anspruchsvollsten Sportart überhaupt, mit einem 200-Millionen-Budget pro Team und Jahr, und so weiter. Daher wirkt das schon lächerlich", fasste der zweimalige Weltmeister zusammen.

Fernando Alonso (42) ist nicht begeistert von der Aussicht, nur drei halbe Tage in seinem neuen Boliden zur Verfügung zu haben.
Fernando Alonso (42) ist nicht begeistert von der Aussicht, nur drei halbe Tage in seinem neuen Boliden zur Verfügung zu haben.  © Hasan Bratic/dpa

Formel-1-Fahrer wollen mehr Zeit für Testfahrten

Viele Piloten stören sich an der kurzen Test-Zeit, nicht so Max Verstappen (26): Der Dreifach-Weltmeister dominiert wie eh und je.
Viele Piloten stören sich an der kurzen Test-Zeit, nicht so Max Verstappen (26): Der Dreifach-Weltmeister dominiert wie eh und je.  © Darko Bandic/AP/dpa

Mit seiner Meinung steht er nicht allein da: Mercedes-Pilot George Russell (26) und Alexander Albon (27) im Williams stimmten Alonso zu.

"Vorausgesetzt, es handelt sich um einen komplett reibungslosen Test, dann sind eineinhalb Tage pro Fahrer schon das absolute Minimum. Wenn man sich aber anschaut, was beispielsweise heute Vormittag passiert ist, dann wird daraus sofort ein Riesennachteil", sagte Russell.

Denn am Donnerstagvormittag musste die Testfahrt abgebrochen werden, nachdem sich ein Gullydeckel gelöst hatte und die Strecke repariert werden musste.

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Albon richtete den Fokus vor allem darauf, dass einige Piloten bereits im Winter etwa bei Filmarbeiten kurz fahren dürften, während andere nicht mal ein Testauto zur Verfügung hätten. Für ihn sei der vergangene Mittwoch der erste Tag im neuen Boliden gewesen: "Und das ist dann auch wieder nicht fair."

Wem die kurze Zeit im Cockpit offenbar gereicht hat, ist natürlich Max Verstappen (26): Der Weltmeister der letzten drei Jahre machte bei den Testfahrten genau dort weiter, wo er aufgehört hat und dominierte die Konkurrenz nach Belieben.

Das macht wenig Hoffnung auf eine spannendere Saison als in den vergangenen beiden Jahren - aber vielleicht können die Formel-1-Fans zumindest erneut beobachten, wie der Niederländer mit einem gebrochenen Rekord nach dem anderen Geschichte schreibt.

Titelfoto: Bildmontage: Luca Bruno/AP/dpa, Hasan Bratic/dpa

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