Spa (Belgien) - Schreckmoment beim Formel-1-Rennen in Spa! Ein Boxenstopp von Ferrari-Pilot Lewis Hamilton (41) geht schief - er fährt einen seiner Mechaniker um.
In der 20. Runde fuhr Hamilton, der zuvor für einen Crash mit George Russell (28) im Mercedes schon mit einer Fünf-Sekunden-Zeitstrafe belegt worden war, in die Box und saß dort seine Strafe ab.
Danach kam es dann zum folgenschweren Missverständnis: Während die Reifen des Briten gewechselt wurden, arbeitete ein Mechaniker am Frontflügel, denn Hamilton hatte sich zuvor wiederholt über die schlechte Balance seines Boliden beschwert.
Doch obwohl der Mitarbeiter noch vor Hamiltons rechtem Vorderreifen stand, schaltete die Ampel auf Grün, Hamilton fuhr los und erwischte den Mechaniker, der über den Reifen fiel.
Sofort bremste Hamilton ab und erkundigte sich am Funk nach dem Zustand des Umgefahrenen, Ferrari konnte ihm glücklicherweise mitteilen, dass es dem Mitarbeiter gut gehe.
Die Schuld sah niemand bei Hamilton, sondern in einer internen Fehlplanung. "Weil die Ampel auf Grün stand, konnte Lewis losfahren. Es war ein Missverständnis hinsichtlich der Vorgehensweise, und für Lewis war es irgendwie Pech", nahm Teamchef Fred Vasseur (58) seinen Piloten nach dem Rennen bei Sky in Schutz und versicherte noch einmal, dass dem Crew-Mitglied nichts passiert sei: "Er ist wohlauf."
Formel 1: Ferrari muss für Unfall mit Mechaniker Strafe zahlen
Ihm sei das Herz in die Hose gerutscht, räumte auch Hamilton nach dem Grand Prix ein, den er trotz des nicht reparierten Frontflügels auf dem vierten Platz beendete: "Ich bin sehr dankbar, dass es ihm gut geht."
Als Fahrer schaue er in dem Moment nur auf die Ampel, schilderte der siebenfache Weltmeister das Unglück: "Ich habe gemacht, was das grüne Licht signalisiert hat. Das grüne Licht ging an, also bin ich losgefahren. Man schaut in diesem Moment hierhin und nicht dorthin. Deshalb liegt die Verantwortung am Ende wohl eher beim Team."
Auch wenn es sich um ein Versehen handelte und der Mechaniker unverletzt blieb, um eine Strafe kommt Ferrari nicht herum.
Die Disziplinarkommission der FIA verdonnerte den italienischen Rennstall wegen der Gefährdung eines Mitarbeiters zu seiner Geldstrafe von 30.000 Euro, 10.000 davon sind zur Bewährung ausgesetzt. Außerdem muss Ferrari seine Abläufe beim Boxenstopp prüfen.