Nach dem Staffel-Drama verschwand sie wortlos - jetzt bricht Preuß ihr Schweigen

Antholz (Italien) - Nach dem Staffel-Drama, in dem sie wieder beim Stehendschießen eine Strafrunde schoss, verschwand Franziska Preuß (31) bitter enttäuscht und mit Tränen in den Augen aus dem Biathlon-Stadion in Antholz, ohne mit jemandem zu reden. Erst mehr als 24 Stunden später findet die amtierende Gesamtweltcupsiegerin die Kraft, sich zu äußern - und entschuldigt sich bei ihren Teamkolleginnen.

Franziska Preuß (31) stand nach der Staffel am Mittwoch die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben.  © Hendrik Schmidt/dpa

"Gestern war natürlich kein schöner Tag. Gerade bei einer Staffel ist das immer besonders hart. Mir tut es wahnsinnig leid für die anderen drei Mädels und auch für das ganze Team", ließ Preuß über ein vom DSV versendetes Statement ausrichten.

"Entsprechend war die Stimmung natürlich nicht besonders gut, und man braucht auch einfach ein bisschen Zeit, um das zu verdauen."

Obwohl sie wegen Nervenflatterns beim finalen Schießen bereits auf Position zwei vorgezogen worden war, hatte Preuß in Führung liegend trotz dreier Nachlader eine Extrarunde drehen müssen und das DSV-Quartett, das neben ihr aus Julia Tannheimer (20), Janina Hettich-Walz (29) und Vanessa Voigt (28) bestand, so beinahe aussichtslos nach hinten katapultiert.

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Ähnliches war ihr schon im Einzel und in der Verfolgung passiert, zwei Fehlschüsse beim letzten Schießen kosteten sie jeweils eine Medaille.

Auch in der Mixed-Staffel zum Olympia-Auftakt zielte sie viermal daneben und musste als Schlussläuferin in die Strafrunde abbiegen. Dort blieb das Malheur aber glücklicherweise folgenlos, Deutschland holte trotzdem Bronze.

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Biathlon: Franziska Preuß erlebt "Blackout" auf der Schießmatte

Eine Gelegenheit hat Preuß noch, um sich den Traum einer Einzel-Medaille bei Olympia zu erfüllen.  © Hendrik Schmidt/dpa

"Man probiert jedes Mal wieder etwas Neues, baut sich wieder auf, und trotzdem ist es dann oft wie ein Blackout, sobald ich auf der Matte stehe. Das ist natürlich nicht schön und tut weh", schrieb die Verfolgungs-Weltmeisterin deshalb.

Eine richtige Lösung für das Problem hat sie aktuell nicht, doch vor dem letzten Olympia-Rennen ihrer Laufbahn gibt die 31-Jährige alles, um ihre olympische Karriere doch noch zu einem positiven Abschluss zu bringen.

"Ich versuche heute und morgen nochmal den Kopf freizubekommen, was hier nicht ganz so einfach ist, weil es wenig Möglichkeiten gibt, sich abzulenken", sagte Preuß am Donnerstag: "Aber ich versuche alles, damit ich am Samstag wieder mit einem Lächeln am Start stehe und einfach die Freude am Biathlon wieder spüre."

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Der Massenstart ist ihre Paradedisziplin, in keinem Rennformat stand sie öfter auf dem Podest. Es ist zudem ihre letzte Möglichkeit, sich den letzten großen Karrieretraum von einer Einzel-Medaille bei Olympia zu erfüllen: Preuß beendet nach der Saison ihre Karriere, möglicherweise hängt sie allerdings bereits nach dem Massenstart am Samstag das Gewehr an den Nagel.

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