"Passiert das wirklich?": Nach Staffel-Bronze fließen bei Biathlon-Star die Tränen
Antholz (Italien) - Sie konnte ihr Glück gar nicht fassen: Vanessa Voigt (28) stand mit der Bronzemedaille aus der Mixed-Staffel auf dem Podest und strahlte über beide Ohren. Um an diesen Punkt zu kommen, hatte die deutsche Biathletin einiges durchmachen müssen.
"Ich habe ehrlicherweise gar keine Worte, ich habe schon ein paar Tränen vertrocknet. Es ist einfach unglaublich, ich kann es überhaupt gar nicht in Worte fassen, was hier passiert ist", konnte es die Oberhoferin selbst noch kaum glauben, dass ihre harte Arbeit sich ausgezahlt hatte.
Zusammen mit Justus Strelow (29), Philipp Nawrath (32) und Franziska Preuß (31) gewann sie nach Bronze mit der Damen-Staffel 2022 ihre zweite Olympia-Medaille.
"Ich habe die zwei Jungs ständig fragen müssen, ob das wirklich passiert. Ich bin einfach unglaublich stolz", schwärmte Voigt und erinnerte sich dann an das wirklich schwierige vergangene Jahr zurück.
"Es läuft wie so eine Zeitreise ab, was alles passiert ist, wie viele Hindernisse ich nehmen musste, wie viele Abkürzungen, aber auch Umwege", sagte die 28-Jährige. Nach dem besten Trimester ihrer Karriere, als sie den vierten Platz im Gesamtweltcup belegt hatte, wurde Voigt kurz vor Weihnachten 2024 schwer krank und musste in der Folge ihre Saison beenden.
Olympia 2026: Vanessa Voigt wird für ihre harte Arbeit belohnt
Sogar um ein Karriereende kreisten ihre Gedanken nach ihrer Lungenentzündung, zudem wurde sie auf Social Media regelmäßig angefeindet. Zu langsam im Laufen, zu langsam am Schießstand - auch wenn Voigt ihren Formaufbau auf Olympia ausrichtete und das auch offen kommunizierte, wurde sie mit Hasskommentaren überhäuft.
Doch die zweifache WM-Medaillengewinnerin hielt an ihrem Plan fest und wurde belohnt: "Es ist einfach unglaublich schwer, so eine Medaille zu gewinnen, und jetzt den Lohn mit dieser Medaille zu bekommen, ist unfassbar schön."
Der Tag des Staffelrennens sei "furchtbar" gewesen vor lauter Aufregung, schmunzelte die Top-Schützin, sie habe zu Zimmerkollegin Janina Hettich-Walz (29) noch gesagt, dass sie sich eigentlich in jeder Sekunde hätte übergeben können.
"Aber ich habe es doch sehr gut in den Griff bekommen", sagte Voigt stolz - mit fehlerfreiem Schießen legte sie wie die beiden Männer den Grundstein dafür, dass Preuß die Staffel trotz einer Strafrunde noch auf Platz drei in Ziel bringen konnte.
Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa

