Mailand (Italien) - Diese Drehungen gehen ganz tief unter die Haut: Am Dienstagabend machte Maxim Naumov (24) seine im vergangenen Jahr verstorbenen Eltern mit einer ganz starken Vorstellung im Eiskunstlauf der Männer nicht nur unheimlich stolz, er ließ auch einige Tränen kullern. Doch die Juroren vermiesten den kollektiven Gefühlsausbruch mit ihrem erstaunlich dicken Fell.
Sichtlich bewegt saugte der 24-Jährige die Standing Ovations nach seinem fast fehlerfreien Programm in der Mailänder Eishalle auf, während sein Trainer am Rand bereits um Fassung rang.
Anschließend brachte er die Arena noch einmal völlig zum Ausrasten, als er mit glasigen Augen ein Foto seiner Eltern in die Kamera hielt und das Bild küsste.
Die früheren Paarläufer Jewgenija Wassiljewna Schischkowa (†52) und Wadim Naumov (†55) tanzten selbst einst übers Eis und holten sich 1994 sogar den WM-Titel im japanischen Chiba.
Am 29. Januar 2025 kamen beide beim Rückflug von den US-Eiskunstlauf-Meisterschaften bei der Kollision ihres Flugzeugs mit einem Militärhubschrauber ums Leben.
Ihr Sohn trat in ihre Fußstapfen und widmete bereits die Qualifikation für die Olympischen Winterspiele 2026 seinen Eltern. "Wir haben es geschafft. Wir haben es wirklich geschafft", freute er sich damals am NBC-Mikrofon.
Mit 85,65 Punkten landete er nun nach dem Kurzprogramm jedoch nicht auf den Top-Plätzen. Selbst nahm Naumov seine Bewertung gelassen entgegen, doch ARD-Kommentator und Ex-Eiskunstläufer Daniel Weiss (57) verstand die Welt nicht mehr.
Ex-Eiskunstläufer Daniel Weiss findet Bewertung für Maxim Naumov ungerecht
"Ich muss ganz ehrlich sagen: Ich bin erschüttert", echauffierte sich der Experte über die Punktvergabe. "Das ist eigentlich komplett unerhört."
"Das bekommt er nur so niedrig, weil er in der ersten Gruppe läuft. Aber sorry, wenn einer so gut läuft, dann muss er hier 8,5 oder 8 Punkte bekommen, aber nicht 7,5. Das macht mich an dieser Stelle mal wieder leicht fassungslos", redete sich Weiss in Rage. "Eine wie ich finde ungerechte Bewertung für Maxim Naumov."
Die Bewertung ließ den Kommentator auch während des restlichen Wettbewerbs nicht mehr los. Beim Auftritt des Spaniers Tomàs-Llorenç Guarino Sabaté (26) erinnerte der Ingolstädter erneut daran.
"Ich bin eigentlich noch immer ziemlich verärgert über die Punktzahl von Maxim Naumov", fügte Weiss an. "Das war so viel Klasse beim US-Amerikaner. Dass er da so wenig Punkte bekommen hat, kann ich einfach nicht verstehen."