Olympia-"Farce" sorgt nach wie vor für Wirbel
Predazzo (Italien) - Vor rund einer Woche wurde der Super-Team-Wettbewerb der Skispringer bei Olympia abgebrochen, auch wenn das wohl gar nicht notwendig gewesen wäre - das DSV-Duo um Philipp Raimund (25) und Andreas Wellinger (30) landete dadurch mit 0,3 Punkten Rückstand auf Bronze auf dem undankbaren vierten Platz. Die deutsche Skisprung-Ikone Jens Weißflog (61) regt das noch immer auf.
"Jeder Weltcup wird bei solchen Bedingungen eine halbe Stunde lang unterbrochen", schimpfte der viermalige Vierschanzentournee-Sieger bei ran: "Dass man den Wettbewerb abgebrochen hat, war eigentlich eine Farce."
In Predazzo hatte es zum Zeitpunkt des Abbruchs schon eine Weile heftig geschneit, doch die Wettervorhersage prognostizierte eigentlich ein schnelles Ende der Schneefront. Und tatsächlich: Noch während Raimund und Wellinger sichtlich angefressen zum Interview antraten, ließ der Schneefall deutlich nach, die Bedingungen hätten eine Fortsetzung des Wettkampfes wohl zugelassen.
Doch anstatt dank eines bockstarken Sprungs von Raimund Kurs auf das Podium zu nehmen, musste sich das DSV-Team wie schon im Mixed-Wettbewerb mit dem undankbaren vierten Platz begnügen.
Jens Weißflog will nicht von einer Enttäuschung im Skispringen sprechen
"Im Super Team war mehr drin, wenn man den Wettkampf durchgezogen hätte", stellte deshalb auch Weißflog fest, doch ansonsten sei der DSV sicher nicht zufrieden mit der Bilanz.
"Die Goldmedaille im Skispringen [von Raimund auf der Normalschanze, Anm. d. Red.] deckt vieles ab, wobei man mit den vierten Plätzen im Mixed und Super Team nahe dran gewesen ist. Dort hat man sicherlich eine Medaille erwartet. Aber von Enttäuschung kann man da nicht sprechen", sagte der dreifache Olympiasieger.
Er schränkte aber ein: "Es spielen viele Dinge an so einem Tag eine Rolle. Beim Mixed hatte man es selbst in der Hand und hat es nicht geschafft. Das muss man auch auf die eigene Kappe nehmen."
Wie in vielen anderen Skisportarten fehlte auch im Skispringen stets das letzte Quäntchen Glück, um auf dem Podest Platz zu nehmen.
"Platz vier ist zwar nur knapp an einer Medaille vorbei, zählt aber nicht. Für den Sportler selbst kann es ein sehr guter Erfolg sein, auch wenn es in dem Moment nicht zu einer Medaille gereicht hat. Das muss man auch differenziert sehen", fasste der 61-Jährige zusammen: "Insgesamt ist nicht alles zufriedenstellend."
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