Olympiasieg mit Beigeschmack: Eistanz-Duo im Kreuzfeuer der Kontroversen

Cortina (Italien) - Dieser Olympiasieg wird gleich von mehreren Kontroversen überschattet! Am Mittwochabend tanzte sich das französische Paar Guillaume Cizeron (31) und Laurence Fournier Beaudry (33) auf dem Eis zur Goldmedaille, doch seitdem kochen die sozialen Netzwerke vor Kritik über. Denn die Vorgeschichte des Duos hinterlässt einen Beigeschmack.

Guillaume Cizeron (31) und Laurence Fournier Beaudry (33) gewannen mit ihrem Auftritt die Goldmedaille in Mailand.  © Stephanie Scarbrough/AP/dpa

Sportlich gelang Cizeron historisches: Der 31-Jährige schaffte es als erster Eistänzer überhaupt - vier Jahre nach seinem Triumph mit Gabriella Papadakis (30) - mit zwei unterschiedlichen Partnerinnen ganz oben aufs Podest.

Für Gesprächsstoff sorgte allerdings nicht etwa die durchaus umstrittene Punktbewertung, die trotz eines kleinen Fehlers für den Platz vor dem US-Paar Madison Chock (33) und Evan Bates (36) reichte, sondern Ex-Eispartnerin Papadakis.

Unmittelbar vor den Olympischen Winterspielen veröffentlichte die 30-Jährige ihre Memoiren "Pour ne pas disparaître" ("Um nicht zu verschwinden") und bezichtigte ihren langjährigen Mitstreiter darin einer toxischen "Machtausübung" sowie einer Gefühlskälte, die ihr "das Blut in den Adern gefrieren" ließ.

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Unter anderem schrieb Papadakis: "Die Idee, mich alleine mit ihm wiederzufinden, macht mir Angst."

Während ihrer Buchtour bemängelte sie unter anderem im Interview mit "Radio France" die Strukturen im französischen Verband, in denen sich junge Mädchen nicht mehr sicher fühlen würden.

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Auch Laurence Fournier Beaudry stand vor den Olympischen Spielen im Fokus

Im Vorfeld der Spiele begleiteten einige Kontroversen das französische Eistanz-Team.  © Fabrizio Carabelli/PA Wire/dpa

Auch nach dem Olympiasieg ihres früheren Partners machte Papadakis aus ihrer Abneigung kaum einen Hehl. Zu einem Foto eines Weinglases und einer Schachtel Zigaretten schrieb sie wenige Minuten später auf Instagram lediglich: "Ich logge mich aus."

Cizeron wies die Anschuldigungen im Vorfeld der Spiele laut "BBC" übrigens vehement zurück und beschuldigte seine frühere Partnerin wiederum, eine Schmierenkampagne gegen ihn zu führen. Der TV-Sender NBC entließ Papadakis aufgrund ihres Interessenkonflikts als Expertin.

Daneben wird auch seine neue Eis-Gefährtin Fournier Beaudry im Netz heiß diskutiert. Die hat nämlich erst seit November die französische Staatsbürgerschaft inne, zuvor trat sie gemeinsam mit ihrem privaten und beruflichen Partner Nikolaj Sørensen (36) für Dänemark und später Kanada an.

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2024 wurde der 36-Jährige nach dem Vorwurf eines sexuellen Übergriffs seitens einer anderen Eisläuferin vom kanadischen Verband jedoch zunächst für sechs Jahre gesperrt. Im vergangenen Juni wurde die Sperre aus Zuständigkeitsgründen dann wieder aufgehoben, da Sørensen zum mutmaßlichen Tatzeitpunkt 2012 weder kanadischer Staatsbürger noch Eiskunstlauf-Teammitglied war.

Fournier Beaudry verteidigte ihren Lebensgefährten seitdem entschieden: "Ich kenne meinen Freund zu 100 Prozent. Ich kenne ihn", sagte sie in einer Netflix-Doku zu dem Fall. Vor ihrem Wettkampf verweigerte sie Antworten auf Fragen zu dem Thema in den obligatorischen Presserunden.

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