Unfassbare Szenen um deutsche Medaillen-Hoffnung: Sie kann es selbst noch nicht begreifen

Cortina d'Ampezzo (Italien) - Mit in die Hüfte gestemmten Armen stand Lena Dürr (34) beinahe ungläubig im Zielbereich. Was der Deutschen gerade passiert war, sieht man auf höchstem Niveau quasi niemals: Auf Rang zwei in den finalen Slalom-Durchgang bei Olympia startend hatte die 34-Jährige im ersten Tor eingefädelt, das sofortige Aus war die Folge.

Fassungslos stand Lena Dürr (34) nach ihrem kurzen Auftritt im zweiten Durchgang im Ziel.
Fassungslos stand Lena Dürr (34) nach ihrem kurzen Auftritt im zweiten Durchgang im Ziel.  © Michael Kappeler/dpa

"Katastrophe, Worst Case - aber so ist es jetzt", sagte Dürr nach den schier unfassbaren Szenen.

Die Münchnerin hatte sich im ersten Lauf nur Slalom-Queen Mikaela Shiffrin (30) geschlagen geben müssen, die erste Einzel-Medaille bei Olympia war für Dürr zum Greifen nah.

Stattdessen folgte der Patzer gerade einmal eine Sekunde nach ihrem Start, den Dürr selbst nicht richtig begreifen konnte.

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"Man kann es noch gar nicht realisieren hier im Ziel. Da meint man, man bekommt noch einen Re-run und es geht noch mal von vorne los", sagte die 34-Jährige. Ein Aus am ersten Tor sei ihr zuletzt vor 15 Jahren bei einem unterklassigen FIS-Rennen passiert.

"Ich hatte eine Idee, einen klaren Plan - und dann geht das so schnell, dass man es gar nicht versteht", fasste die Zoll-Beamtin ihre Gefühlslage zusammen.

Lena Dürr erlebt bei Olympia ein Drama nach dem anderen

Lena Dürr hat das Geschehene noch nicht verarbeitet.
Lena Dürr hat das Geschehene noch nicht verarbeitet.  © Michael Kappeler/dpa

Für Dürr ist das Slalom-Aus nur die nächste Enttäuschung ihrer bisher eher bitteren Olympia-Karriere.

Schon 2022 hatte sie in Peking eine Hand an Edelmetall, als sie im Slalom den ersten Durchgang für sich entscheiden konnte, im zweiten Lauf wurde sie allerdings noch auf Rang vier durchgereicht.

Ähnliches passierte vor wenigen Tagen im Riesenslalom: Dort hatte Dürr nach dem ersten Lauf auf Platz zwei gelegen, war dann aber im zweiten Durchgang noch bis auf den neunten Platz abgerutscht.

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Ihre eigentlich noch größere Medaillenchance im Slalom endete nun sogar noch dramatischer. Den Sieg sicherte sich stattdessen Shiffrin überlegen vor der Schweizerin Camille Rast (26) und Anna Swenn-Larsson (34) aus Schweden, Dürrs Teamkollegin Emma Aicher (22) wurde Neunte.

Zumindest im Team konnte die dreimalige WM-Bronzemedaillengewinnerin bei Olympia aber schon jubeln: 2022 holte Dürr mit der Mannschaft Silber und beendet ihre olympische Karriere damit zumindest nicht ohne Edelmetall.

Titelfoto: Michael Kappeler/dpa

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