Mailand (Italien) - Unsouveräner geht wohl kaum! Zum Abschied von den Olympischen Winterspielen hat sich Kirsty Coventry (42) - erneut - nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Dafür glänzte die IOC-Chefin mit Unwissenheit und drohte ihren Mitarbeitern.
Die abschließende Pressekonferenz des Mega-Events hätte für die 42-Jährige nur schwer unangenehmer verlaufen können, denn sie steckte gleich bei mehreren Fragen nicht wirklich in der Materie.
Vor allem aus deutscher Sicht interessant: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (70, SPD) hatte eine mögliche Bewerbung der Bundesrepublik für Olympia 2036, 100 Jahre nach den Spielen des NS-Regimes in Berlin, zuletzt kritisch bewertet - anscheinend kein Interessensgebiet der IOC-Präsidentin.
"Offen gesagt habe ich, und da schaue ich zu meinem Team, nicht auf dem Schirm, dass Deutschland etwas zu den Spielen 2036 gesagt hat. Also habe ich auch keine Meinung zu diesem Thema", antwortete die ehemalige Schwimmerin auf eine entsprechende Nachfrage.
Daneben rückte ein Bericht der "New York Times" in den Fokus, wonach der Leiter der russischen Anti-Doping-Agentur selbst in das staatlich gelenkte Dopingsystem verwickelt gewesen sein soll, das 2014 zu den Winterspielen in Sotschi ans Licht kam. Aber auch das ging am Kopf des Olympia-Komitees vorbei.
"Da muss ich wieder mein Team anschauen und vielleicht muss ich jemanden entlassen, weil ich dazu wieder nichts sagen kann. Aber ich wäre sehr daran interessiert, mehr darüber zu erfahren", so Coventry.
IOC-Chefin Kirsty Coventry ringt um Antworten
Zu ihrer Verteidigung ist anzubringen, dass IOC-Bosse und generell Verantwortliche in großen Organisationen vor Pressekonferenzen eigentlich von Mitarbeitern instruiert werden, um auf Fragen vorbereitet zu sein. Dem Team ging an diesem Tag aber augenscheinlich einiges durch die Lappen. Ganz zum Unmut der zweifachen Olympiasiegerin.
"Es war in der New York Times. Leute, was ist da passiert? Wo sind wir hier?", fragte sie überrascht in Richtung der Belegschaft.
Zu guter Letzt sorgte eine Erkundigung zu FIFA-Präsident Gianni Infantino (55) und dessen politischer Neutralität als Teil des sogenannten "Friedensrates" von Donald Trump (79) für erneutes Stirnrunzeln. Der 55-Jährige ist nämlich auch Teil des IOC.
"Auch das hatte ich nicht auf dem Schirm. Jetzt, wo sie es mir sagen, werden wir es uns anschauen", erklärte die zweifache Olympiasiegerin aus Simbabwe.