"Wirkte gebrochen": Hängt Radsport-Star Vingegaard den Helm jetzt endgültig an den Nagel?
Dänemark - War es das? Am Montag zog Jonas Vingegaard (29) die Reißleine und beendete seine Saison nach dem heftigen Sturz auf der Tour de France vorzeitig. In der Radsport-Welt wird allerdings schon gemunkelt, dass der Däne womöglich überhaupt nicht mehr zurückkehrt.
Wie sein Team "Visma-Lease a Bike" mitteilte, bedeutet der Schlüsselbeinbruch des 29-Jährigen gleichzeitig das Ende seines Jahres 2026.
Und das hatte Höhen und Tiefen: Im Mai schnappte sich Vingegaard noch den Sieg beim Giro d'Italia und vervollständigte als erst achter Fahrer überhaupt nach der Tour de France (2022, 2023) und der Vuelta (2025) seinen Grand-Tour-Hattrick. Anschließend sah er in Frankreich gegen seinen großen Rivalen Tadej Pogacar (27) aber keinen Stich mehr.
"Ich sehe, dass in Radsport-Fankreisen bereits spekuliert wird, ob Jonas Vingegaard überhaupt zurückkehren wird", vermeldete der dänische Sportjournalist Lasse Vøge nun bei "B.T.". "Und ob die Motivation endgültig verschwunden ist, nachdem er seinen Grand-Tour-Hattrick vollendet hat."
Der Reporter mache sich "große Sorgen" um die Zukunft des zweimaligen TdF-Siegers: "Der Vingegaard, den wir während der Tour gesehen haben, wirkte gebrochen. Und er sah fast erleichtert aus, als er sich nach der Hälfte des Rennens zurückziehen konnte."
Jonas Vingegaard will sich optimal auf die Saison 2027 vorbereiten
Selbst ließ der Däne in der Mitteilung seines Teams noch keinen endgültigen Rücktritt vom Radsport-Zirkus durchblicken. Vielmehr sei nach der Tour ohnehin eine "Erholungsphase" eingeplant gewesen.
Mit dem Schlüsselbeinbruch sei es ihm dieses Jahr nicht mehr möglich, das gewünschte "Topniveau" zu erreichen, weshalb eine Teilnahme an anstehenden Wettbewerben wie der Straßenrad-WM in Kanada Ende September keinen Sinn ergeben würde.
"Der Fokus liegt auf der optimalen Vorbereitung auf die Ziele der Saison 2027. Die konkreten Ziele werde ich in der kommenden Zeit mit dem Team besprechen", so Vingegaard.
Vøge würde sich derweil wünschen, dass sein Landsmann diese Pläne tatsächlich in die Tat umsetzt.
"Es wäre fast katastrophal für den dänischen Sport (...), eine so große Persönlichkeit zu verlieren", schrieb der Journalist.
Titelfoto: Thibault Camus/AP/dpa

