Cortina (Italien) - Am Start schneller, aber im Ziel zurück: Francesco Friedrich (35) braucht mit seiner Crew am Sonntag im italienischen Cortina kurz nach 10 Uhr im dritten Lauf ein Wunder, um seinem Erzrivalen Johannes Lochner (35) das Olympia-Gold im Vierer noch zu entreißen.
"Was hat er, was ich nicht habe?", wird sich der Olympia-Sieger von 2018 und 2022 diesmal mit Blick auf seinen Gegner fragen.
Der Berchtesgadener liegt nach dem ersten Tag in der Formel 1 des Wintersports souverän auf Platz eins. Der Vorsprung auf Friedrich beträgt am Samstag beruhigende 43 Hundertstel. Auf Rang drei landete wie im Zweier der Gießener Adam Ammour (+59).
Die Parallelen zum Zweier sind sichtbar. Fahrerisch ist Lochner den Tick besser als der Pirnaer, dazu ist das Material des Führenden auch schneller in der Bahn. Im ersten Lauf raste der Bayer mit 137,82 km/h ins Tal, der Sachse mit 136,75 km/h. Das erklärt den Rückstand neben den Fahrfehlern im oberen Teil der Bahn.
Der Wettkampf ist vom schweren Sturz des Österreichers Jakob Mandlbauer überschattet worden. Der 27-Jährige kippte im zweiten Lauf mit seinen Anschiebern Daniel Bertschler, Sebastian Mitterer und Daiyehan Nichols-Bardi auf die linke Seite und rutschte so fast die halbe Bahn hinab. Der Pilot musste mit einer Trage abtransportiert werden, seine Teamkollegen konnten den Schlitten eigenständig verlassen.
Das Rennen war für fast 20 Minuten unterbrochen. Es war der erste schwere Sturz im Eiskanal bei den Winterspielen in Norditalien. Im weiteren Verlauf stürzten auch der französische Bob von Pilot Romain Heinrich und das Team aus Trinidad und Tobago um Pilot Axel Brown.