Nagelsmann geht nach DFB-Pleite Moderator an - dann widersprechen ihm sogar die eigenen Spieler

New Jersey (USA) - Nach dem schwachen Auftritt der deutschen Nationalmannschaft gegen Ecuador, der in der ersten WM-Pleite endete, waren die Nerven bei Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) zum Zerreißen gespannt, was MagentaTV-Moderator Johannes B. Kerner (61) sogleich abbekam. Dabei waren nicht mal seine eigenen Spieler einer Meinung mit dem deutschen Coach!

Julian Nagelsmann (38, 2.v.l.) gab Johannes B. Kerner (61, l.) klar zu verstehen, was er von dessen Theorie hielt.  © Tom Weller/dpa

Kurz nach Abpfiff trat Nagelsmann zum Interview bei dem Pay-TV-Sender an, und machte sogleich das "Harakiri" seiner Spieler, die ihre Positionen nicht eingehalten hätten, als größtes Problem aus.

Auf die Nachfrage von Kerner, ob das Wissen, dass man bereits Gruppensieger sei, das letzte Prozent Engagement rausgenommen habe, reagierte der 38-Jährige enorm schroff.

"Bitte hört auf, Quatsch, ehrlich", entfuhr es dem Bundestrainer: "Wollten die Jungs heute nicht Vollgas geben?"

"Natürlich wollten sie spielen, aber die anderen wollten es eben ein bisschen mehr", entgegnete Kerner, doch Nagelsmann wollte das auf keinen Fall zählen lassen.

"Nein, die wollten es nicht mehr, die haben nur ein bisschen mehr Risiko genommen in vielen Aktionen. Natürlich haben wir anders gewechselt als in Situationen, wo wir zwingend noch ein Tor brauchen. Aber ich kann jetzt keinem Spieler sagen, er hat nicht Gas gegeben, das ist mir viel zu plakativ."

Dabei sahen seine Spieler selbst das offenbar ganz anders als er!

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Joshua Kimmich und Deniz Undav kritisieren mehr Willen bei Ecuador

Deniz Undav (29, r.) sah die Partie genau wie sein Kapitän Joshua Kimmich (31, nicht im Bild) etwas anders als Bundestrainer Julian Nagelsmann (l.)  © Tom Weller/dpa

Natürlich habe man das Spiel unbedingt gewinnen wollen, sagte Kapitän Joshua Kimmich (31), dennoch sah er bei der "verdienten Niederlage" mehr Willen beim Gegner: "Das ist das, was mich so ein bisschen ärgert, oder was mich am meisten ärgert: Dass man das Gefühl hatte, dass der Gegner mehr gewinnen wollte als wir."

Auch Deniz Undav schlug in die gleiche Kerbe. "Ich hatte das Gefühl, dass sie es mehr wollten als wir", konstatierte der bisherige Superjoker, der zum ersten Mal in diesem Turnier ohne Torbeteiligung blieb. Der Gegner sei griffiger gewesen, für ihn sei es noch um alles gegangen,

Dieser unbedingte Wille ging seiner eigenen Mannschaft ab, kritisierte der VfB-Stürmer, man hätte sich gegen die Körperlichkeit der Südamerikaner mehr wehren müssen: "Daraus müssen wir lernen, dass wir selbst in solchen Spielen, denn wir wollten gewinnen, auch alles reinschmeißen und den Sieg holen und ich glaube, man hat heute auf dem Platz gesehen, dass sie es mehr wollten."

Ärger im Nationalmannschaftsparadies! Nach zuletzt elf Siegen in Serie dämpft die Pleite gegen Ecuador die aufkeimende WM-Euphorie - gegen einen noch unbekannten Gegner am Montag muss die DFB-Elf eine Schippe drauflegen, damit nicht schon im Sechzehntelfinale Schluss ist.

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