WM-Boykott? Hoeneß schießt gegen Baerbock: "Was hat sie als Außenministerin zustande gebracht?"
München - Die Diskussion über einen Boykott der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko hält Uli Hoeneß (74) für "symbolpolitischen Blödsinn". Er macht Grünen-Politikerin Annalena Baerbock (45) für die Debatte verantwortlich.
"Für mich ist es bezeichnend, dass Frau Baerbock zu den ersten zählte, die den Sport – wie schon bei Katar – wieder in etwas hineinziehen will, das er nicht lösen kann. Da gibt es Regierungen und andere Organisationen, die berufen sind, sich mit – in diesem Fall – Trump auseinanderzusetzen", sagte der Ehrenpräsident des FC Bayern im Gespräch mit "Bild".
"Was hat Frau Baerbock als Außenministerin Deutschlands auf ihrem Feld zustande gebracht? Wenn ich allein an ihre Treffen mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow denke, bin ich froh, dass wir heute anders aufgestellt sind."
Baerbock hatte am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos dem Sender ntv gesagt: "Es ist egal, ob es um internationale Politik, um Wirtschaft oder um Sport geht. Wenn man nicht eine Grundform von Regeln hat, an die sich alle halten, dann funktioniert einfach eine Fußball-Weltmeisterschaft nicht."
Etwas später lehnte die Präsidentin der UNO-Generalversammlung in einem Interview dem Redaktionsnetzwerk Deutschland einen Boykott allerdings klar ab: "Das würde ja auch Kanada und Mexiko treffen, die ebenso Ausrichter sind."
Sie halte auch darüber hinaus nichts davon, "notwendige politische Debatten auf dem Rücken von Sportlerinnen und Sportler auszutragen, die jahrelang auf eine Meisterschaft hingearbeitet haben", so Baerbock.
Uli Hoeneß: "Wir Deutschen müssen wieder mehr arbeiten"
Auch die Forderungen der Gewerkschaft Verdi nach einer Reduzierung der Arbeitszeit kann Hoeneß nicht verstehen.
"Gerade haben sich Gewerkschaften und Arbeitgeber im Tarifkonflikt um den öffentlichen Dienst geeinigt. Ich finde es völlig okay, dass die Beschäftigten mehr verdienen werden. Überhaupt nicht okay war, dass von Verdi gefordert wurde, die Arbeitszeit von 38 auf 35 Stunden zu reduzieren", so der Bayern-Patron.
"Die Lösung für Deutschland ist doch nicht, weniger zu arbeiten - sondern mehr! Uns als Gesellschaft geht es jedenfalls nicht besser, wenn ein paar Funktionäre solche wahnsinnigen Ideen in die Welt setzen."
Es stehe außer Frage, dass die Deutschen wieder mehr arbeiten müssten.
Titelfoto: Peter Kneffel/dpa
