Prag - Bereits im Dezember hat der tschechische Tennis-Star Markéta Vondroušová (26) Doping-Jäger an der Tür ihrer Prager Wohnung abblitzen lassen, den Vorfall aber erst jetzt öffentlich gemacht.
In einem Instagram-Statement am Freitagabend berichtete die Wimbledon-Siegerin von 2023, dass an einem späten Abend zwei Kontrolleure an ihrer Tür geklingelt hätten. Dabei hätten sie sich weder ordentlich ausweisen können noch das übliche Protokoll für den Ablauf solcher Tests eingehalten.
Laut Aussage ihres Anwalts hätten sie zudem einfach gefordert, ihr Wohnzimmer betreten zu dürfen, ohne den genauen Grund zu nennen. Daraufhin wies Markéta Vondroušová die Kontrolleure an ihrer Wohnungstür ab.
Zum einen erklärte sie, dass sie "wie eine Person, die Angst in diesem Moment hatte und sich nicht sicher fühlte", reagiert habe und nicht wie eine "die etwas zu verbergen hat". Zum anderen habe sie sich an eine schlimme Begebenheit ihrer Kollegin Petra Kvitová (36) erinnert. "Nachdem, was Petra passiert ist, nehmen wir alle Fremden an unserer Tür nicht auf die leichte Schulter", erklärte Vondroušová auf Instagram.
Kvitová wurde im Dezember 2016 in ihrem Haus in Prostějov überfallen. Bei dem Versuch, sich zu wehren, zerschnitt ihr der Angreifer ihre linke Schlaghand so schwer, dass Sehnen und Nerven an allen fünf Fingern schwer beschädigt waren und die Hand in einer vierstündigen Notoperation gerettet werden musste.
Markéta Vondroušová kämpft seit Monaten mit körperlichen und mentalen Problemen
Markéta Vondroušová fügte an, dass Experten bestätigt hätten, dass sie in der Situation an ihrer Wohnungstür in Prag eine akute Stressreaktion und eine Panikattacke erlitten habe, also nicht mehr rational habe handeln können.
In ihrer Erklärung betonte sie daraufhin, dass sie nach einer Zeit mit vielen Verletzungen zuletzt unter mentalen Problemen gelitten hätte. "Es ist sehr schwierig für mich, darüber zu reden, aber ich möchte transparent mit meiner mentalen Gesundheit umgehen", schrieb sie.
Der Vorfall mit den Doping-Kontrolleuren sei passiert, "weil ich nach Monaten des physischen und mentalen Stress einfach am Ende war".
Ob ihr durch den verpassten Test eine Doping-Strafe droht, ist unklar. Normalerweise werden Athleten erst gesperrt, wenn sie dreimal einen sogenannten "Miss-Test" haben. Das bedeutet, dass sie dreimal nicht zu einer in einem System einzugebenden Zeit und dem angegebenen Ort anzutreffen waren.
Allerdings wiegt eine verweigerte Doping-Probe schwerer, da sie einem positiven Test gleichkommt. Im schlimmsten Fall könnte die Tschechin wohl für vier Jahre gesperrt werden. Tennis sei immer ihre Welt gewesen, aber jetzt müsse sie sich auf ihre Heilung fokussieren.
"Ich kämpfe um die Wiederherstellung meines Rufs, aber gleichzeitig muss ich auf mich aufpassen. Ich danke meinem Freund und meiner Familie und jedem, der mir beisteht", erklärte sie.
Solltet auch Ihr von mentalen Problemen betroffen sein, könnt Ihr Euch anonym und kostenfrei an die Telefonseelsorge wenden. Die Nummern sind die 08001110111 oder 08001110222.