Hitziges Duell um den Meistertitel: DSC oder Suhl, wer holt die Schale?

Dresden/Suhl - Ab Mittwoch steigt das historische erste mitteldeutsche Duell um die Deutsche Meisterschaft im Volleyball zwischen dem DSC und dem VfB Suhl Lotto Thüringen. Qualität, Emotionen und Spannung sind garantiert, denn beide Teams schenkten sich in drei Begegnungen in dieser Saison gar nichts. Der DSC gewann beide Hauptrunden-Spiele, Suhl das Pokal-Halbfinale.

Mit Lara Nagels (28, r.) hat Suhl in Sachen Zuspiel die Nase leicht vorn.  © Lutz Hentschel

TAG24 macht den Teamcheck und sagt, wer auf welchen Positionen die Nase vorn hat.

Zuspiel:

Suhls Spielgestalterin Lara Nagels (28) ist die aktuell beste Zuspielerin der Liga. Die Belgierin agiert enorm variabel, ist zudem emotionale Leaderin. Sie dürfte die Nase leicht vor Emma Grome (23) haben, die eine starke erste Saison in der Bundesliga spielt, aber noch nicht über so viel Erfahrung wie ihre Konkurrentin verfügt.

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In der zweiten Reihe liegt der Vorteil ganz klar beim DSC. Larissa Winters (22) Aufschlag ist eine Waffe, der Doppelwechsel mit Rosa Entius (22) auf Diagonal funktioniert zudem bestens. Bei Suhl hingegen ist dieser kaum vorhanden, denn Zuspielerin Irene de Ramos Mencia (21) und Hannah Hartmann (21) bekommen so gut wie keine Spielzeit, was in dieser Saison aber bislang auch nicht nötig war.

1:0 für Suhl

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DSC gegen Suhl: Ausgeglichene Diagonalposition, leichter VfB-Vorteil auf Außen

Marta Levinska (24, r.) ist auf dem besten Wege, MVP der Saison der Bundesliga zu werden, die Diagonalangreiferin ist DER Faktor beim DSC.  © Lutz Hentschel

Diagonal:

Mit Monika Brancuská (21) und Marta Levinska (24) treffen die beiden besten Diagonalen der Liga aufeinander. Die Tschechin für Suhl hatte in der Top-Scorer-Wertung der Hauptrunde die Nase vorn, die Lettin in Farben des DSC in den bisherigen Play-offs. Levinska hat bereits ein Finale in der vergangenen Saison gespielt und ist vor allem immer dann da, wenn's wichtig wird.

1:1

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Außenangriff:

Mackenzie Foley (24) und Sanaa Dotson (25) sind für Suhl eine absolute Bank, wobei Foley nicht nur die beste Außenangreiferin der Liga, sondern auch die stärkste Blockerin auf ihrer Position ist. Auch das DSC-Duo Lorena Lorber Fijok (23) und Jette Kuipers (23) ist stark, beiden merkte man zuletzt aber die enorm hohe Belastung über die Saison an.

Auf der Bank liegt der Pluspunkt mit Teresa Ziegenbalg (19) und Miku Akimoto (19) beim DSC, wobei im Fall der Japanerin die zentrale Frage sein wird, ob sie nach einer Fußverletzung und Rückenproblemen noch einmal ins Geschehen eingreifen kann. Svea Naujack (20), die Tochter von Schwerin-Ikone Christina Schultz (56), spielt bei Suhl bislang kaum eine Rolle, verfügt aber über einen starken Aufschlag.

2:1 für Suhl

Vulkan Laszlo Hollosy trifft mit Alexander Waibl auf den erfolgreichsten Coach der Bundesliga

Mit Alexander Waibl (58, l.) steht beim DSC der erfolgreichste Trainer der Bundesliga an der Seitenlinie, sein Gegenüber Laszlo Hollosy (49, r.) ist fachlich top, oft aber ein Vulkan.  © Bildmontage: IMAGO / Christian Heilwagen, Lutz Hentschel

Mittelblock:

Roosa Laakkonen (31) und Laura Berger (23) spielen eine starke Saison, in Sachen Einbeiner hat Suhl die Nase leicht vorn. Doch das Trio beim DSC - bestehend aus Shootingstar Mette Pfeffer (20), die die beste Blockerin der Liga ist, Amanda Siksna (23) sowie Florentine Rosemann (19) - ist einen Tick stärker. Mit Amelia van der Werff (24) hat der DSC noch eine Blockerin im Kader. Der VfB hat zudem durch die Verletzung von Alina Nasin (21) keinerlei Wechselmöglichkeiten.

2:2

Libera:

Patricia Nestler (24) wird beim DSC zu einer immer wichtigeren Bank und hat sich in Sachen Stabilität enorm gesteigert. Auch von Rückschlägen im Spiel lässt sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Allerdings verfügt sie über kein Back-up, die Alleinlast liegt auf ihren Schultern.

In Suhl teilen sich Emma Sambale (22) und Xiang-Chen Lai (31) oft die Arbeit in Annahme und Abwehr. Sambale ist enorm stabil in der Annahme, legte bisher in den Play-offs eine Effizienz von ganz starken 55,2 Prozent hin.

3:2 für Suhl

Trainer:

Laszlo Hollosy (49) in Diensten von Suhl ist ein Vulkan, der emotional öfter übers Ziel hinausschießt. fachlich ein Top-Mann, der mit begrenzten finanziellen Mitteln immer wieder Top-Spielerinnen findet und sie entwickelt. Ihm gegenüber steht mit Alexander Waibl (58) der erfolgreichste Trainer der Bundesliga (vier Meistertitel, fünf Pokalsiege, zwei Supercup-Siege, ein Europacup-Sieg). Auch er musste in den vergangenen Jahren aus wenig Monetärem viel machen, er bringt jede Spielerin weiter, integriert eigenen Nachwuchs und entwickelt ihn. Mit der Zeit ist er ruhiger geworden, hat immer einen Plan B und C in der Tasche und verfügt über einen enormen Erfahrungsschatz.

3:3

Die Fans dürfen sich auf ein ausgeglichenes Duell freuen, das am Ende durch Kleinigkeiten entschieden wird.

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