Pures Gefühlschaos bei Coach Waibl: DSC umgeht Nachsitzen nur knapp
Dresden - Der Fünf-Satz-Krimi beim USC Münster in Spiel zwei in der Runde der letzten acht verlangte den DSC-Schmetterlingen alles ab. Unterm Strich stand der Einzug ins Halbfinale, was aber nicht nur Coach Alex Waibl (58) einige Nerven kostete.
"Klar hatte man zwischendurch mal den Gedanken, dass wir wohl Samstag noch mal ranmüssen. Und dann doch wieder nicht. Dann warst du wieder mit einem Fuß am Samstag in der Halle. Also nicht nur mit einem Fuß, sondern auch mit drei der fünf Zehen des anderen Fußes, die waren auch mit drin", beschrieb der 58-Jährige das Gefühlschaos nach dem engen 3:2 (25:20, 22:25, 22:25, 25:23, 18:16)-Sieg, durch den sein Team die "Best of Three"-Serie im Viertelfinale der Play-offs entschied: "Ich bin einfach nur stolz."
Bei einer Pleite hätten die DSC-Schmetterlinge am Samstag noch einmal in der Margon Arena nachsitzen müssen. Diese Extra-Schicht spart sich der CEV-Cup-Halbfinalist nun - auch mit ein wenig Glück.
"Sie haben Matchball, den wir irgendwie abwehren", suchte Waibl nach einer Erklärung für die große Möglichkeit, die die Gastgeber bei 16:15-Führung im Tiebreak liegen ließen.
"Wir geben die Annahme rüber, sie hauen den zurück ins Feld zu uns. Patricia Nestler kniet schon und sie haut ihn ihr direkt auf die Hände. Das war einfach knapp", so der Trainer der Sachsen.
DSC hat nun eine wohlverdiente Pause
Allein der fünfte Satz hielt alles parat, hätte dramatischer nicht laufen können und stand damit auch sinnbildlich für die gesamten 128 intensiven Minuten.
"Erst mal sieht es ganz gut aus, dann schwappt es in die andere Richtung und dann sieht es wieder ganz gut aus. Wir führen 12:8. Und plötzlich steht es 13 beide", spielte Waibl den Film noch einmal ab.
Eine Erklärung für die Leistungsschwankung von Mette Pfeffer (20) und Co., die von Pflichtspiel zu Pflichtspiel jagen und allein in diesem Jahr acht Spiele mehr als die Münsteranerinnen absolvierten, liefert der gebürtige Stuttgarter gleich mit.
"Wir haben einfach zu wenig Training, zu wenig Ballkontakte, zu wenig Handlungssicherheit. Dadurch machen wir Fehler im Block, in der Abwehr und das summiert sich. Der Gegner macht mehr Punkte, als er soll. Und man selber hat einfach Probleme beim Scoren."
Umso besser, dass nach diesem Kraftakt erst einmal Pause angesagt ist. Weiter geht es für die Dresdnerinnen im Halbfinale am Ostersonntag in Stuttgart (16.45 Uhr), Spiel zwei steigt am 8. April in der Margon Arena (19 Uhr).
Titelfoto: Conny Kurth

