Amtierender Biathlon-Weltmeister zieht die Notbremse und beendet Saison sofort

Nové Město na Moravě (Tschechien) - Er erlebt bislang eine Saison zum Vergessen: Vor einem Jahr noch befand sich der norwegische Biathlet Endre Strømsheim (28) auf dem Höhepunkt seiner Karriere, gewann WM-Gold in der Königsdisziplin Massenstart und mit der Staffel. Nach krankheitsgeplagten Monaten zieht er jetzt aber einen Schlussstrich und beendet seinen Winter vorzeitig.

Im Februar 2025 erlebte Endre Strømsheim (28) seinen Karriere-Höhepunkt, als er Gold im WM-Massenstart gewann. Elf Monate später steht er vor den Scherben seiner Saison.  © Martin Schutt/dpa

"Murphys Saison endete als Unterstützer in Nove Mesto", schrieb der zweimalige Weltcup-Sieger auf Instagram - eine Anspielung auf Murphys Gesetz, das besagt, dass alles, was schiefgehen kann, auch schiefgehen wird.

In Tschechien hatte sich der 28-Jährige nicht für den abschließenden Massenstart qualifiziert, weil er im Kurz-Einzel ein totales Debakel erlebte: Mit sechs Schießfehlern, darunter fünf bei einer einzigen Schießeinlage, belegte der Gesamtweltcup-13. des Vorjahres nur Platz 84.

Grund genug für den in diesem Winter mit Krankheiten, Form- und Schießproblemen geschlagenen Strømsheim, zwei Monate vor Saisonende die Reißleine zu ziehen.

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"Ich werde nach und nach mit der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft 2027 beginnen und bin ab Beginn der nächsten Saison wieder in Form!", schrieb der Biathlet und bestätigte sein vorzeitiges Aus im Anschluss noch bei TV2.

"Ich sehe, in welcher Situation ich mich befinde, und überlege mir dann, wie ich zum nächsten guten Ergebnis komme. So wie es jetzt aussieht, wird es in dieser Saison keine weiteren Skirennen geben", begründete der Norweger.

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Biathlon: Endre Strømsheim ging als Favorit in die Saison

Der Norweger ist in diesem Winter ein Schatten seiner selbst.  © Sven Hoppe/dpa

Eigentlich war Strømsheim mit großen Ambitionen in die Saison gestartet, besonders nach dem Rücktritt der Bø-Brüder konnte sich der Doppel-Weltmeister von 2025 gute Chancen auf einen Startplatz bei den Olympischen Spielen ausrechnen.

Doch es sollte anders kommen. Schon vor der Saison kämpfte der 28-Jährige mit Krankheit und Formschwäche, hatte nur aufgrund seiner Vorleistungen einen garantierten Startplatz für den ersten Weltcup. Dort schaffte er es nicht einmal in die Top 30, wurde in den IBU-Cup geschickt und erkrankte nach nur einem Rennen dort und konnte wochenlang nicht trainieren.

Aus war der Traum von den Olympischen Spielen, für die sechs andere Norweger nominiert wurden. Nur weil sich das A-Team auf Olympia vorbereitete und deshalb den Weltcup in großen Teilen ausließ, feierte Strømsheim in dieser Saison überhaupt noch sein Comeback in der Biathlon-Elite.

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Doch sein Einsatz ging nach hinten los - und endete schließlich mit dem vorzeitigen Saisonende des Norwegers.

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