Nové Město na Moravě (Tschechien) - Als wäre nie etwas gewesen! Biathlon-Newcomer Leonhard Pfund hat das Disqualifikations-Drama vom Vortag hinter sich gelassen und sich in seinem gerade einmal dritten Weltcuprennen lange auf Podiumskurs befunden. Erst beim letzten Schießen verlor der 22-Jährige etwas an Boden und fuhr mit dem 15. Platz trotzdem ein klasse Ergebnis ein.
Als hätte er nie etwas anderes gemacht, lief Pfund in der Königsdisziplin Massenstart mit der Weltelite mit und biss sich beinahe das gesamte Rennen über in der Spitzengruppe fest.
Drei fehlerfreie Schießeinlagen bescherten ihm vor dem letzten Schießen sogar den vierten Platz, erst bei der finalen Einlage ließ er zwei Scheiben stehen und musste abreißen lassen.
Am Ende stand ein immer noch starker 15. Platz zu Buche, mit dem sich der 22-Jährige definitiv für weitere Einsätze im Weltcup empfohlen hat. Kaum zu glauben, dass das im dritten Einsatz sein bisher schlechtestes (sportliches) Ergebnis ist! Mit seinen Leistungen hätte er sogar die DSV-interne Olympia-Norm geknackt, wäre die Nominierungsfrist nicht bereits abgelaufen.
Bester Deutscher wurde beim Sieg von Éric Perrot, der damit das Gelbe Trikot des Gesamtweltcup-Führenden übernahm, Roman Rees auf Rang acht, Danilo Riethmüller als dritter DSV-Athlet landete auf Platz 24.
Biathlon: Leonhard Pfund mischt plötzlich oben mit
Es ist ein absolut irres Wochenende für den gebürtigen Bad Tölzer, nur wegen der Olympia-Vorbereitung der A-Mannschaft rutschte er überhaupt in den Kader und kam so zu seinem Weltcup-Debüt.
Doch gleich im ersten Rennen am Donnerstag belegte der Junioren-Weltmeister von 2024 den 13. Platz, was die Qualifikation für den Massenstart bedeutete, und wurde für die Single-Mixed-Staffel mit Marlene Fichtner aufgestellt.
Dort erlebte der junge Debütant dann gleich die gesamte Palette an Drama, die der Sport zu bieten hat: Als bester Mann des Wettbewerbs brachte er das DSV-Duo als Sieger ins Ziel, bevor die deutsche Staffel wegen eines Verstoßes gegen die Sicherheitsbestimmungen disqualifiziert wurde.
Doch Pfund erklärte, dass er den Schock schnell abgehakt habe, und stellte das im Massenstart auch unter Beweis.
Es sei mental schwierig gewesen, weil es eben ein Weltcup-Massenstart war, erzählte der 22-Jährige am ARD-Mikrofon, doch bis zum letzten Schießen gelang es ihm, sich zusammenzureißen. Über die Fehlschüsse ärgerte er sich zwar, das Gesamt-Fazit fiel aber positiv aus. "Es ist richtig cool, es war ein Hammerwochenende", sagte Pfund: "Vielen Dank an alle, die das ermöglicht haben. Ich bin sehr glücklich."
Und Deutschlands Biathlon-Fans angesichts des neuen, aufstrebenden Talents ebenfalls.