Doping-Schock kurz vor Olympia: Jetzt bricht positiv getestete Biathletin ihr Schweigen

Antholz (Italien) - Es war ein Schock kurz vor Beginn der Olympischen Winterspiele: Die italienische Biathletin Rebecca Passler (24) wurde positiv auf das verbotene Mittel Letrozol getestet und suspendiert. Rund einen Monat später bricht die 24-Jährige ihr Schweigen.

Rebecca Passler wurde sechs Tage vor Beginn der Biathlon-Rennen bei Olympia wegen eines positiven Doping-Tests suspendiert.
Rebecca Passler wurde sechs Tage vor Beginn der Biathlon-Rennen bei Olympia wegen eines positiven Doping-Tests suspendiert.  © Hendrik Schmidt/dpa

"Nach einigen schwierigen Wochen bin ich endlich bereit, meine Gefühle mit Euch zu teilen", schrieb Passler auf Instagram zu einem Foto, das sie mit dem Maskottchen der Olympischen Spiele zeigt.

Was ihr geschehen sei, "war das Schlimmste, was einem Sportler passieren kann", erklärte die siebenmalige Junioren-WM-Medaillengewinnerin: "Ich war am Boden zerstört. Alles, wofür ich gearbeitet hatte, jeden einzelnen Tag, Monat und Jahr, um einen Traum zu verfolgen, schien in einem einzigen Moment zerstört zu sein."

Von Beginn an hatte das italienische Biathlon-Team kommuniziert, dass es sich um ein Missverständnis handele und Passler unschuldig sei, doch das glaubte offenbar nicht jeder - und ließ es die Italienerin auch spüren.

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"Dazu kam, dass ich nicht mit dem Respekt behandelt wurde, den jeder Mensch verdient. Ich bin nicht nur Sportler, sondern auch ein Mensch. Ich habe Gefühle", schrieb die 24-Jährige: "Es gab Momente, die sich unfair und unmöglich zu verstehen anfühlten."

Doch genauso habe sie Rückendeckung erhalten, fuhr Passler fort: "Ich muss sagen, dass ich unglaubliche Unterstützung von so vielen Menschen erhalten habe, die mir in dieser Zeit zur Seite standen. Ich möchte jedem einzelnen von Euch von ganzem Herzen danken."

Biathlon: Rebecca Passler verpasste alle Rennen bei den Olympischen Spielen

Nach Aufhebung der Sperre durfte Passler zwar wieder am Training teilnehmen, ein Rennen bestritt sie aber nicht.
Nach Aufhebung der Sperre durfte Passler zwar wieder am Training teilnehmen, ein Rennen bestritt sie aber nicht.  © Hendrik Schmidt/dpa

Zwar hatte Passler ihre Suspendierung während der Olympischen Spiele erfolgreich angefochten, den positiven Test damit begründet, dass sie denselben Löffel mit Nutella wie ihre Mutter benutzt habe. Die Mutter der 24-Jährigen ist an Brustkrebs erkrankt, was Passler zu dem Zeitpunkt nicht wusste, ihr Medikament enthält den im Leistungssport verbotenen Wirkstoff - so soll das Letrozol in Passlers Körper gekommen sein.

Die Aufhebung der Sperre folgte allerdings erst, als alle Chancen auf einen Einzel-Start bei den Spielen in ihrem Heimatort bereits verstrichen waren, für die Staffel wurde Passler von den Trainern nicht aufgestellt.

Damit platzte der Traum von ihren Heim-Spielen endgültig, doch die Italienerin versucht, damit abzuschließen.

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"Jetzt ist es an der Zeit, nach vorne zu schauen. Neue Ziele zu setzen. Zu kämpfen. Stärker zu werden. Niemals aufzugeben. Die Reise geht weiter", schloss Passler.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa

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