Er flog 23 Meter durch die Luft: Biathlon-Hoffnung bei Unfall lebensgefährlich verletzt
La Bresse (Frankreich) - Riesenglück im Unglück für Raphaël Dhénain (20)! Das französische Biathlon-Talent wurde bei einem heftigen Unfall im heimischen Le Brasse von einem deutschen Motorradfahrer lebensgefährlich verletzt. Inzwischen ist er aber offenbar über den Berg.
Der Nachwuchssportler war am vergangenen Samstag (11. Juli) gegen 19.15 Uhr beim Training mit Roll-Ski auf einer Straße in den Vogesen unterwegs, als sich von hinten zwei deutsche Motorradfahrer näherten. Das verriet sein Vater, Amaury Dhénain, dem "Nordic Magazine".
Demnach traf einer der Biker den jungen Biathleten mit 120 km/h auf dem Tacho und schleuderte ihn so 23 Meter durch die Luft. "Es gab keine Bremsspuren, also kann man sich vorstellen, wie heftig Raphaël auf seinen Roll-Skiern getroffen wurde", so der Papa.
Alkohol oder andere Drogen sollen zwar nicht im Spiel gewesen sein, dafür seien die beiden deutschen Motorradfahrer laut Amaury ziemlich rücksichtslos unterwegs gewesen.
Für den 20-jährigen Physik- und Mathematikstudenten wäre das beinahe ein Todesurteil gewesen. "Sein Zustand war kritisch. Keiner der Rettungskräfte am Unfallort dachte, dass er den Helikopterflug ins Krankenhaus nach Nancy überleben würde", verriet der Vater.
"Es grenzte an ein Wunder, dass Raphaël am Dienstag nach seinen Operationen das Bewusstsein wiedererlangt hat", ergänzte er.
Nachwuchs-Biathlet Raphaël Dhénain erleidet zahlreiche Verletzungen
Demzufolge erwischte es vor allem das Bein des jungen Wintersportlers. Dhénain brach sich Schien- und Wadenbein, die nach einer vierstündigen OP nun von Metallplatten und Nägeln zusammengehalten werden.
Zeitweise befürchteten die Ärzte auch eine Verletzung der Halswirbelsäule, letztlich konnte das aber ausgeschlossen werden, er erlitt "nur" einen Bänderriss im Halsbereich.
Außerdem zog sich der Biathlet mehrere Frakturen im Gesicht, die ihn um ein Haar ein Auge gekostet hätten, sowie eine gefährliche Hirnblutung zu.
"Kosmetische Schäden werden bleiben, aber die sind nicht allzu gravierend", erklärte sein Vater. "Die Nachwirkungen sind angesichts der Schwere des Unfalls akzeptabel."
"Er hat fast sein Leben verloren", stellte Papa Dhénain dennoch klar. "Er (der Motorradfahrer, Anm. d. Red.) hat die sportliche Zukunft meines Sohnes zerstört."
Der Biker aus Deutschland kam derweil auch nicht unverletzt davon, der Mann erlitt bei dem Zusammenprall einen offenen Bruch am Handgelenk.
Titelfoto: Screenshot/Instagram/raphael_dhenain

