Italien - Hinter Biathletin Lisa Vittozzi liegen zwei schwierige Jahre. Trotzdem hat sie sich bei den Olympischen Winterspielen in ihrer italienischen Heimat die Goldmedaille in der Verfolgung geschnappt. Anschließend ließ die 31-Jährige eine Fortsetzung ihrer Karriere jedoch offen - bis jetzt!
"Alle befürchten, ich würde aufhören, aber das wird nicht passieren. Ich möchte mindestens noch ein Jahr genießen", erklärte die Gesamtweltcup-Siegerin der Saison 2023/24 nun im Interview mit der "Gazzetta dello Sport".
Zuvor hatte sie die Gerüchteküche um einen Abschied aus der Loipe noch selbst im Gespräch mit "Il Nordest" angeheizt: "Nach einem langen, wirklich sehr langen Urlaub und reiflicher Überlegung werde ich entscheiden, ob ich weitermache", sagte sie dort vor rund zwei Wochen.
Ein ausgiebiger Urlaub mit viel Ruhe stehe immer noch auf ihrem Programm, doch der Goldgewinn im eigenen Land habe sie beflügelt.
Dabei hätte ein Rücktritt auf dem Höhepunkt viele Fans wohl gar nicht mehr überrascht. Zum einen, weil Dorothea Wierer (35) mit ihrem Karriereende bereits einen Gezeitenwechsel im italienischen Biathlon eingeleitet hat. Mit Franziska Preuß (31) sowie zuletzt der Slowakin Paulina Batovska Fialkova (33) haben zudem zwei weitere Biathlon-Größen ihr Gewehr nach Mailand und Cortina an den Nagel gehängt.
Zum anderen, weil hinter Vittozzi eine lange Leidenszeit liegt. Aufgrund von Rückenproblemen musste sie die Weltcup-Saison 2024/25 komplett aussetzen, doch der große Traum von Olympia im eigenen Land ließ sie weiterkämpfen.
Lisa Vittozzi liebäugelt sogar mit den nächsten Olympischen Winterspielen
"Wenn man in solchen Situationen ist, hofft man, dass sie nicht wieder vorkommen, aber ich glaube, alles hat seinen Sinn", erklärte Vittozzi bezüglich ihrer Rückenprobleme. "Jetzt hoffe ich einfach, dass ich wieder lächeln kann."
An ihrem steinigen Weg sei die 31-Jährige inzwischen auch persönlich gewachsen. "Ich habe mich selbst besser kennengelernt, indem ich eine andere Lisa entdeckt habe. [...] Ich habe bewiesen, dass Lisa es schaffen kann. Ich bin stolz auf mich", so der Biathlon-Star.
Womöglich hängt sie mit der neugewonnenen Kraft auch noch ein paar mehr Jahre dran, denn die nächsten Winterspiele 2030 in den französischen Alpen geistern offenbar bereits in ihrem Hinterkopf herum.
"Das könnte ein Ziel sein. Wir haben in den letzten Jahren immer gegen die Franzosen gekämpft, Athleten, die wir schlagen müssen: Vier Jahre sind eine lange Zeit, aber die Zeit vergeht wie im Flug, und man weiß nie, was passiert", blickte Vittozzi nach vorn.