Großes Biathlon-Comeback! Darum mischt der DSV den Kader komplett durch

Nové Město na Moravě (Tschechien) - Dieser Weltcup wird völlig anders als sonst! Wenn am Donnerstag die letzten Biathlon-Wettkämpfe vor den Olympischen Spielen beginnen, fehlt eine Reihe großer Namen. Auch im DSV-Team wird kräftig durchgetauscht.

Hanna Kebinger (28) profitiert von der Absage des A-Teams und kehrt nach zwei Jahren Abwesenheit in den Weltcup zurück.
Hanna Kebinger (28) profitiert von der Absage des A-Teams und kehrt nach zwei Jahren Abwesenheit in den Weltcup zurück.  © Sven Hoppe/dpa

Wer die Kaderliste für den Weltcup im tschechischen Nové Město betrachtet, reibt sich vermutlich verwundert die Augen: Von den elf DSV-Assen, die am Dienstag für die Olympischen Spiele nominiert worden waren, finden sich nur drei auch für die Rennen am kommenden Wochenende wieder.

"Mit Blick auf den bevorstehenden Weltcup in Nové Město wird unser Team nach abgeschlossener Olympia-Qualifikation und Nominierung etwas durchgemischt", erklärte DSV-Sportdirektor Felix Bitterling den Hintergrund der Entscheidung.

Im Hinblick auf das Saisonhighlight wollen sich viele Sportler bestmöglich auf die Wettbewerbe auf 1600 Metern Höhe vorbereiten und gehen deshalb ins Höhentrainingslager, andere brauchen eine Pause, um so frisch wie möglich in Antholz um Medaillen zu kämpfen.

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Bitterling klärte auf: "Von den arrivierten Athletinnen, die man auch bei Olympia sehen wird, starten bei den Frauen Franziska Preuß und Anna Weidel. Ergänzt werden sie durch Sophia Schneider, Marlene Fichtner, Julia Kink und Hanna Kebinger."

Für Kebinger ist es das große Comeback nach mehr als zwei Jahren ohne Weltcup-Rennen, in denen sie mit vielen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte und sogar ihren Kader-Status im DSV-System verlor. In diesem Winter kämpft sich die Staffel-WM-Medaillengewinnerin von 2023 im IBU-Cup durch und profitiert nun von den Absagen des A-Teams.

Biathlon: Wird Philipp Horn rechtzeitig für den Massenstart fit?

Philipp Horn (31) musste sich nach dem Sprint von Oberhof erkrankt abmelden. Ob er rechtzeitig für den Massenstart in Nové Město wieder fit wird, ist noch nicht klar.
Philipp Horn (31) musste sich nach dem Sprint von Oberhof erkrankt abmelden. Ob er rechtzeitig für den Massenstart in Nové Město wieder fit wird, ist noch nicht klar.  © Hendrik Schmidt/dpa

Noch enormer ist der Wechsel bei den Herren: Im Kurz-Einzel am Donnerstag werden mit Danilo Riethmüller, Johannes Kühn, Roman Rees, Simon Kaiser, Leo Pfund und Elias Seidl sechs Nicht-Olympiateilnehmer an den Start gehen.

Ein wenig Hoffnung hat Bitterling, dass Philipp Horn nach seiner heftigen Erkrankung, die ihn schon fast den gesamten Januar außer Gefecht setzt, zumindest im Massenstart am Sonntag antreten kann, um noch einmal Wettkampfpraxis vor Olympia zu sammeln.

Der 48-Jährige schränkte aber ein: "Derzeit sieht es danach eher nicht aus, die nächsten Tage werden hier Klarheit bringen."

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Der DSV ist übrigens nicht der einzige Verband, der diese Taktik fährt: Auch Norwegen geht mit einem B-Team an den Start, die starken Öberg-Schwestern aus Schweden verzichten ebenfalls auf den Weltcup.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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