Österreich - Au revoir, ÖSV! Die österreichische Biathletin Anna Gandler (25) verlässt ihr Nationalteam und wird sich stattdessen in Frankreich auf die kommende Saison vorbereiten. Ihre Entscheidung hat dabei zwei Gründe.
Der eine ist ihr Herz, denn die Jugendweltmeisterin von 2020 ist seit fünf Jahren mit ihrem französischen Kollegen Émilien Claude (27) liiert.
"Wir wollen zusammenleben", verriet die 25-Jährige nun im Interview mit dem "Nordic Magazine". "Das geht mir schon eine lange Zeit durch den Kopf."
Daneben hat sich der ÖSV frisch aufgestellt und im Biathlon mit Markus Fischer (57) einen neuen Cheftrainer der Damen installiert, was Gandler ganz offenbar nur mäßig gefällt.
"In Österreich gab es große Veränderungen im Mitarbeiter- und Trainerstab, worüber ich nicht gerade glücklich bin", sagte die Tirolerin. Daher habe sie die Gelegenheit genutzt und ihre ohnehin gehegten Pläne umgesetzt.
Bis August bleibt sie nun in der französischen Wintersport-Hochburg Prémanon, wo sie sich von ihrem Vater, dem ehemaligen Skilangläufer und ÖSV-Sportdirektor Markus Gandler (59), trainieren lässt.
"Es ist eine große Umstellung, aber ich hatte das Gefühl, dass ich Émilien sonst gar nicht mehr gesehen hätte. Außerdem kann ich dort mit den besten Biathleten trainieren. Es wird wunderbar, jemanden wie etwa Quentin Fillon Maillet schießen zu sehen", freute sich Gandler.
Anna Gandler startet auch beim City-Biathlon in Dresden
Nach einigen Monaten der sportlichen Unabhängigkeit und romantischen Zweisamkeit stehen dann das Blink-Festival in Norwegen (5. bis 8. August), der City-Biathlon in Dresden (23. August) und die österreichischen Sommer-Meisterschaften (12. bis 13. September) auf dem Programm.
Um ihren Platz im Nationalteam macht sich Gandler trotz des Abschieds keine Sorgen.
"Der Verband kann mich nicht zwingen, bei einer Gruppe zu bleiben, in der ich mich nicht wohlfühle. Meine Entscheidung wurde akzeptiert und sie werden mich wie alle anderen Athleten behandeln", versicherte die Österreicherin.