Zella-Mehlis - Man hatte es schon befürchtet: Die deutsche Skilangläuferin Victoria Carl (30) ist wegen einer positiven Dopingprobe gesperrt worden. Das teilte die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) am Donnerstag mit.
Demnach habe man die Olympiasiegerin von 2022 bis zum 25. November suspendiert, nachdem sie am Ende der Saison 2024/25 im Rahmen der Militär-WM positiv auf das verbotene Mittel Clenbuterol getestet worden war.
Nach Verbandsangaben hatte die 30-Jährige das Präparat verschrieben bekommen: "Ich war krank, hatte starke Hustenanfälle und habe das Medikament auf ärztliche Anweisung genommen. Ich habe alles offengelegt - mir war nicht bewusst, dass ein verbotener Wirkstoff enthalten ist", erklärte die gebürtige Thüringerin im Sommer 2025.
In einer vom Verband veröffentlichten Stellungnahme hieß es damals zudem: "Die ärztliche Verordnung war medizinisch nachvollziehbar, aber organisatorisch fehlerhaft. Die Sportlerin trifft keinerlei Schuld."
Carl, die bereits seit Mai 2025 gesperrt ist und daher schon die Olympischen Winterspiele in Cortina d'Ampezzo und Mailand verpasste, dürfte damit erst zur WM-Saison 2026/27 wieder starten.
Carl-Urteil kann noch angefochten werden
Das Urteil ist noch nicht endgültig, da Carl, NADA, die Ski-Weltverbände FIS und CISM sowie die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) noch Berufung einlegen können.
"Wir nehmen den Schiedsspruch zur Kenntnis und bewerten ihn als nachvollziehbar und insgesamt ausgewogen", kommentierte Stefan Schwarzbach, Vorstandsmitglied des Deutschen Skiverbands (DSV), die Carl-Strafe und fügte an: "Positiv ist insbesondere die Feststellung eines nicht signifikanten Verschuldens und die damit verbundene Reduzierung der Sperre."