Sie hielt es die ganze Saison geheim: Nächster Schicksalsschlag für Ski-Superstar Shiffrin
Colorado (USA) - Mit ihrem dritten Olympiasieg, dem sechsten Gesamtweltcupsieg und einer nahezu perfekten Slalom-Saison erlebte Mikaela Shiffrin (31) einen äußerst erfolgreichen Winter. Was bisher jedoch kaum jemand wusste: Vor der Saison musste die beste Skirennfahrerin aller Zeiten einen schweren Schicksalsschlag verkraften.
In ihrem Podcast "What's the point" machten die US-Amerikanerin und ihre Mutter Eileen eine Krebsdiagnose öffentlich, die die 66-Jährige im vergangenen Jahr erhalten hatte - eine Erfahrung, die Shiffrin lange für sich behalten wollte, auch um nicht als verletzlich zu gelten.
"Unsere Vorbereitung auf die Olympischen Spiele war dieses Mal extrem anders", sagte die 31-Jährige im Gespräch mit ihrer Mutter. Anstatt dass Eileen, die auch ihre Trainerin ist, sie wie gewohnt in Trainingslager und zu Rennen begleitete, blieb die 66-Jährige zu Hause und unterzog sich einer Chemotherapie.
Das blieb natürlich nicht unbemerkt, schließlich hatte Eileen zuvor nicht einmal dann Mikaelas Rennen verpasst, als ihre eigene Mutter zwei Tage zuvor verstorben war. Doch auf Nachfragen hatte die 110-malige Weltcupsiegerin eine Notlüge parat.
Sie habe erzählt, dass ihre Mutter ein Haus gekauft hatte und mit der Einrichtung beschäftigt sei, verriet Shiffrin: "Ich habe mich gefragt, ist das glaubhaft? Und die Leute schienen es mir irgendwie abzukaufen. Es war fast, wie es zu verstecken, aber man möchte nicht wirklich darüber reden oder es nochmal erleben."
Eileen Shiffrin ruft zu Vorsorgeuntersuchungen auf
Auch gegenüber ihren Trainern behielt sie die Diagnose ihrer Mutter für sich. "Ich wollte im Vorfeld der Olympischen Spiele nicht über meine Ängste sprechen, erst recht nicht mit meinem Trainerteam. Man will diese Verletzlichkeit nicht zeigen", sagte die 31-Jährige.
Es ist nicht der erste schwere Schicksalsschlag, mit dem Shiffrin in den vergangenen Jahren konfrontiert war. 2020 starb ihr Vater Jeff völlig überraschend nach einem Unfall im Alter von nur 65 Jahren, 2024 war ihr Verlobter Aleksander Aamodt Kilde (33) bei der Abfahrt in Wengen derart schwer gestürzt, dass es um Leben und Tod ging.
Nun folgte die Krebsdiagnose ihrer Mutter, bei der bei einer Routine-Darmspiegelung ein Tumor entdeckt wurde, weshalb Eileen im Podcast auf die Bedeutung von Vorsorgeuntersuchungen hinwies.
"Ich kann nicht genug betonen, wie wichtig es ist, Mammografien zu machen, Darmspiegelungen", sagte die 66-Jährige. Wie es ihr aktuell geht, verriet sie aber nicht.
Titelfoto: Michael Kappeler/dpa

