Ski-Routinier offenbart Gründe für plötzlichen Rücktritt: "Konnte kaum die Socken anziehen"
Crans-Montana (Schweiz) - Bei den Schweizer Meisterschaften im April hat Marc Rochat ziemlich überraschend einen Schlussstrich gezogen und seine lange Karriere als Skirennläufer beendet. Jetzt nannte der 33-Jährige die leidvollen Gründe für den abrupten Rückzug.
"Ich hatte seit acht Jahren keinen einzigen Tag ohne Schmerzen. Weder im Alltag noch im Rennen", offenbarte der Sportler der Alpennation im Gespräch mit der Tageszeitung Blick.
Selbst die kleinsten Aufgaben des Alltags würden ihm inzwischen Probleme bereiten: "Am Morgen konnte ich kaum die Socken anziehen und ein paar Stunden später musst du am Start stehen und funktionieren", so Rochat.
Der in Lausanne geborene Slalom-Spezialist stürzt sich schon seit mehr als 15 Jahren die Pisten hinunter, von Beginn an wurde er dabei jedoch von schweren Knieverletzungen ausgebremst.
Insgesamt musste der Schweizer sechsmal operiert werden, weshalb es trotz elf Top-Zehn-Plätzen im Weltcup nie zum ganz großen Triumph reichte.
Den Höhepunkt seiner Karriere feierte Rochat 2025 bei der Weltmeisterschaft in Saalbach, als er mit Stefan Rogentin (32) Bronze in der Team-Kombination holte.
"Das war sicher der schönste Moment meiner Karriere. Diese Woche in Saalbach war unglaublich. Das gibt deiner ganzen Laufbahn einen Sinn", blickte er nun zurück.
Marc Rochat überrascht sich und seine Freundin mit Rücktritt
Er sei daher auch "im Reinen mit allem", gab aber zu, dass ihn die anstehende WM 2027 in seiner Heimat Crans-Montana eigentlich schon noch mehr als nur gereizt hätte.
"Das war immer ein riesiges Ziel von mir. Aber ich habe gemerkt, dass die Energie, die ich für eine weitere Saison hätte investieren müssen, einfach zu groß ist", sagte das Ski-Ass.
Letztlich habe sein Bauchgefühl den Ausschlag für den Rücktritt in St. Moritz gegeben.
Damit überraschte er nicht nur sich selbst, sondern auch seine Frau Caroline (34): "Ich habe davor zu ihr gesagt: Vielleicht trete ich dort zurück – vielleicht auch nicht", so der 33-Jährige. "Ich habe es bis zur letzten Sekunde nicht gewusst."
Titelfoto: DIMITAR DILKOFF / AFP, FABRICE COFFRINI / AFP

