Schock-Moment bei Skiflug-WM: Plötzlich segeln zwei Skier die Schanze hinunter
Oberstdorf - Aberwitzige Szenen bei der Skiflug-WM in Oberstdorf: Während des Teamfliegens saß der Norweger Marius Lindvik bereits auf dem Balken, als ihm plötzlich von hinten zwei Ski gegen die eigenen Bretter prallten! Die Skier machten sich selbstständig auf den Weg die Schanze hinunter, dann nahm das Drama seinen Lauf: Sie gehörten nämlich zu Dominator Domen Prevc, der daraufhin nicht mehr starten durfte.
Sportschau-Kommentator Tom Bartels und Experte Sven Hannawald konnten es überhaupt nicht fassen, als die Ski sich hinter Lindvik lösten und den kompletten Hang hinunterrasten. "Das habe ich so noch nie gesehen", sagte Bartels, und witzelte: "Persönliche Bestweite von 23,5 Meter, geschätzt."
Der Wettbewerb wurde unterbrochen, um sicherzustellen, dass die Anlaufspur nicht beschädigt wurde und kein Hindernis im Landebereich zur Gefahr werden konnte.
Doch woher kam das Paar Ski? Die TV-Bilder zeigten nur, dass die Bretter unter der Sponsorenwand hervorkamen, nicht, wie sie überhaupt in die Anlaufspur geraten waren. Dann folgte der Schock: Es waren die Ski von Einzel-Skiflug-Weltmeister und Saison-Dominator Domen Prevc, der kurz darauf eigentlich vom Balken gehen sollte!
An der Schanze brach Hektik aus, um dem weltbesten Skispringer sein Arbeitswerkzeug wiederzubringen, die Kameras fingen mehrere Menschen in, die mit den heruntergerutschten Skiern und Ersatzskiern in Richtung Sprungturm sprinteten.
Der Aufwand war jedoch vergeblich: Es dauerte zu lange, bis Prevc bereit zum Sprung war. Er durfte nicht mehr starten, was Slowenien mit nur drei Sprüngen anstatt vier im ersten Durchgang hoffnungslos zurückwarf.
Skier von Domen Prevc machen sich selbstständig
Skiflug-WM: So kam es zum Ski-Flug
Kurz nach dem Zwischenfall löste FIS-Mitarbeiter Andreas Bauer auf, wie es zu dem dramatischen Vorfall gekommen war.
"Es gibt ja oben eine Materialbox, eine Kontrollbox, wo die Schrittmessung stattfindet, vor dem Start, da hat er seine Skier rangelehnt an die Zeltplane", sagte Bauer in der Sportschau.
Dann machte er klar, dass der Ski-Flug allein auf Prevc' Kappe ging.
"Er hätte die Möglichkeit gehabt, es einem Mitarbeiter von der FIS oben zu geben, die die Ski halten, er hätte die Möglichkeit gehabt, den Ski in den Skihalter zu stellen, aber er hat es an dieses Zelt rangelehnt und bei dem Schneefall ist es halt glatt und glitschig und dann haben die Ski sich selbstständig gemacht, sind in den Anlauf rein und ich weiß auch nicht, ich habe so was noch nie erlebt", zeigte sich der Technische Delegierte fassungslos.
Da der 26-Jährige für seinen verpassten Start keine Gelbe Karte oder andere Strafe erhielt, kann er zumindest im zweiten Durchgang starten, ein Protest der Slowenen gegen den verweigerten ersten Sprung wurde abgewiesen.
Titelfoto: Bildmontage: Karl-Josef Hildenbrand/dpa, Screenshot/X/@BART_i_Gry, Screenshot/X/@oleksieradz

