Deutsches Ski-Mekka nicht im Kalender: Paukenschlag um Vierschanzen-Tournee?

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Garmisch-Partenkirchen - Um den Jahreswechsel begeistert die Vierschanzentournee stets die Massen. Nicht nur eingefleischte Wintersport-Cracks fiebern dann mit den DSV-Adlern mit. Gerade das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen ist eine Institution, doch jetzt bringt ein Streit ums liebe Geld das traditionelle Event offenbar ins Wanken.

Seit 1953 wird das Neujahrsspringen der Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen ausgetragen.
Seit 1953 wird das Neujahrsspringen der Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen ausgetragen.  © Philipp Guelland / AFP

Ein Blick auf den Veranstaltungskalender der FIS dürfte viele Skisprung-Fans aktuell stutzig machen. Wie gewohnt sind dort Oberstdorf (28. Dezember), Innsbruck (3. Januar) und Bischofshofen (6. Januar) vermerkt. Wo das oberbayerische Ski-Mekka mit dem Neujahrstag 2027 stehen müsste, prangt aber lediglich das Deutschland-Kürzel GER.

Wie "Bild" berichtet, konnte der Deutsche Skiverband (DSV) bislang keine Einigung mit dem bereits seit 1953 etablierten Austragungsort erzielen, weshalb die zweite Station der Tournee im Moment tatsächlich am seidenen Faden hängen soll.

Der Grund sei finanzieller Natur. Bislang erhielt Garmisch-Partenkirchen für die Ausrichtung demnach jährlich eine niedrige siebenstellige Summe vom DSV, allerdings soll es seit satten 20 Jahren keine Anpassung gegeben haben. Nun verlangt der Ort laut dem Bericht 30 Prozent mehr Kohle.

Die Verhandlungen laufen weiter, es seien noch "einige rechtliche und inhaltliche Dinge zu klären", wie DSV-Geschäftsführer Stefan Schwarzbach gegenüber Bild erklärte. Man gehe derzeit aber davon aus, eine "gemeinsame Lösung" finden zu können.

Zieht das Neujahrsspringen der Vierschanzentournee um?

Die Skisprung-Fans müssen sich am Neujahrstag eventuell an eine neue Schanze gewöhnen.
Die Skisprung-Fans müssen sich am Neujahrstag eventuell an eine neue Schanze gewöhnen.  © Angelika Warmuth/dpa

Sollte das wider Erwarten nicht der Fall sein, sind demzufolge zwei Alternativen möglich: Entweder springt Obersdorf ein und veranstaltet beide Springen in Deutschland oder es muss ein neuer Austragungsort gefunden werden.

Infrastrukturell würde sich das vogtländische Klingenthal als ohnehin bewährte Weltcup-Station anbieten, allerdings würde die große Entfernung zu den anderen Tournee-Standorten natürlich Reise-Herausforderungen für die Athleten mit sich bringen.

Genügend Zeit für weitere Verhandlungen zwischen dem DSV und Garmisch-Partenkirchen bleibt bis zum 28. Dezember aber noch.

Titelfoto: Bildmontage: PHILIPP GUELLAND / AFP, Angelika Warmuth/dpa

Mehr zum Thema Vierschanzentournee: