"Wir haben 48 Stunden geweint!" Jenny Nowak hat nach Olympia-Aus Angst um ihre Sportart

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Klingenthal - Die nordische Ski-WM 2031 findet in Oberstdorf statt. Mit im Programm: die Nordische Kombination. Ein Jahr nach Olympia in den französischen Alpen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat für 2030 die Königsdisziplin des Winters für die Frauen nicht aufgenommen und die Männer gestrichen. Die Sportler sind erschüttert.

Jenny Nowak (23) und der Absprung in eine ungewisse Zukunft. Nach dem Olympia-Aus droht die Nordische Kombination in der Versenkung zu verschwinden.
Jenny Nowak (23) und der Absprung in eine ungewisse Zukunft. Nach dem Olympia-Aus droht die Nordische Kombination in der Versenkung zu verschwinden.  © IMAGO/Sportfoto Rudel

Das Aus ist der schleichende Tod einer Sportart, die seit 1924 olympisch war. Kommerz statt Tradition - diesen Weg beschreitet nicht nur die FIFA, sondern auch das IOC. Sportler, Nachwuchs, Trainer, Funktionäre - die Menschen dahinter sind egal.

Jenny Nowak (23) ist zweifache Vize-Weltmeisterin in dieser Sportart, ihr Kindheitstraum von Olympia platzte mit einem Knall. Die Sohländerin trainiert am Bundesstützpunkt in Klingenthal. Sie war so geschockt, dass sie anfangs gar nicht reden wollte. Erst einen Tag später rang sie sich ein paar Sätze ab.

"Die Entscheidung ist sehr schockierend. Ich kann das noch nicht so ganz realisieren. Mir fehlen einfach die Worte", sagte sie am Rande des Trainingslagers im WM-Ort von 2031. "Wir haben 48 Stunden geweint, es ist verdammt hart, es tut verdammt weh."

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Nathalie Armbruster (20), Gesamtweltcup-Siegerin 2025, legte nach: "Ich bin so frustriert. Das IOC tritt unsere Leistung mit Füßen, sie verraten ihre eigenen Werte. Wir haben alle wahnsinnige Angst um unsere Sportart." Damit meinte sie unter anderem die Förderung der Athleten.

Wessen Sportart den Olympia-Status besitzt, wird vom jeweiligen Verband, von der Deutschen Sporthilfe und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) gefördert, muss seinen Sport nicht selbst finanzieren. Für die nächsten Jahre, so bestätigt es auch der Deutsche Skiverband (DSV), ist alles gesichert.

NoKo-Star Jenny Nowak denkt nicht ans Aufgeben

Nathalie Armbruster (20) übt viel Kritik am IOC.
Nathalie Armbruster (20) übt viel Kritik am IOC.  © IMAGO/Ulrich Wagner

"Wir starten jetzt in die WM-Saison, die Titelkämpfe sind 2027 in Falun. Bis dahin ist alles sicher. Aber was passiert danach? Ich habe keine Ahnung. Der DSV will uns weiter unterstützen, ja. Das allein reicht aber nicht. Da wir den Status nun verlieren, ist alles andere in der Schwebe. Wir haben so viele Fragen alle, aber antworten kann keiner", so die 23-Jährige.

Doch die Lausitzerin ist eine Kämpferin. Hinschmeißen, die Karriere beenden, oder sich rein aufs Skispringen konzentrieren will sie nicht.

"Daran habe ich noch keine Gedanken verschwendet. Die Nordische Kombination ist meine Leidenschaft, der will ich so lange nachgehen, wie es möglich ist", sagte sie: "Natürlich ist Oberstdorf 2031 ein Ziel für mich. Aber ob ich bis dahin durchhalte, ob wir alle überhaupt bis dahin kommen - ich weiß es nicht", sagte sie und zog die Schultern noch: "Ich kämpfe!"

Titelfoto: IMAGO/Sportfoto Rudel

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