Nach verheerendem Brand in Disco: Was löste die Flammen im "K-Club Kehl" aus?
Von Martin Oversohl
Kehl - Nach dem Brand in einer Großraum-Disco "K-Club Kehl" werden Kriminaltechniker erst in den kommenden Tagen in den Trümmern des ausgebrannten und eingestürzten Clubs nach dem Grund für den Brand suchen.
"Das Gelände ist beschlagnahmt und abgesperrt", sagte ein Sprecher der Polizei in Offenburg. Aber das Areal sei groß, das Ausmaß des Schadens enorm und der Zustand der Halle schlecht. "Da müssen die Experten zunächst ihre Maßnahmen koordinieren, bevor sie reingehen", sagte der Polizeisprecher.
Bagger mussten in den Stunden nach dem Ausbruch Wände der Halle im Industriegebiet einreißen, damit die Feuerwehr die letzten Glutnester löschen konnte. Unklar ist auch noch, wie hoch der Schaden ist.
Der Brand war in den frühen Morgenstunden des Sonntages in der Disco unweit der französischen Grenze ausgebrochen. Hunderte Feiernde brachten sich rechtzeitig ins Freie, niemand wurde schwerer verletzt.
Der größte Teil des Gebäudes ist inzwischen eingefallen oder abgerissen, weil die Feuerwehr beim Löschen näher an die zahlreichen Glutnester gelangen musste. Die Halle sei "nicht mehr zu retten", sagte der Einsatzleiter am Abend. Bislang gibt es keine genaueren Schätzungen zur Höhe des Schadens.
Der Einsatzleiter der Kehler Feuerwehr, David Oster, lobte den Betreiber der Disco: Die Besucherinnen und Besucher seien von den Security-Kräften koordiniert über die drei Straßen abgeleitet worden.
Auch Kehls Oberbürgermeister Wolfram Britz zeigte sich erleichtert. "Ich bin glücklich und erleichtert, dass durch den Brand niemand verletzt wurde", sagte er nach einem Besuch am Ort des Brandes.
Schaden noch unbekannt
Mindestens 80 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst waren mitten in der Nacht zum Sonntag ausgerückt, wie die Sprecherin der Polizei sagte.
Bis zum Sonntagnachmittag wurde der größte Teil des Gebäudes abgerissen. Nach Angaben der Kehler Feuerwehr war am Abend zunächst auch eine sechs- bis achtköpfige Brandwache vorgesehen. "Die Feuerwehr wird die Brandstelle über die Nacht zum Montag hinweg in regelmäßigen Abständen anfahren", hieß es zudem.
Das Gebäude liegt laut Feuerwehr buchstäblich in Schutt und Asche. Der Schaden dürfte noch höher ausfallen als zunächst gedacht, weil zum einen eine große Menge Löschwasser in ein Nachbargebäude eindrang. Zum anderen musste die Diskothek bereits in der Nacht vom Strom genommen werden.
Davon betroffen war auch eine benachbarte Apotheke. Es ließ sich laut Feuerwehr zunächst nicht abschätzen, welcher Schaden dort entstanden ist, weil die Medikamente nicht gekühlt werden konnten.
Erstmeldung: 6.40 Uhr, aktualisiert um 9.40 Uhr.
Titelfoto: -/Feuerwehr Kehl/dpa

