Rekorddefizit in Stuttgart: Stadt schließt 2025 mit über 700 Millionen Euro im Minus ab
Stuttgart - Die Landeshauptstadt Stuttgart hat das Jahr 2025 mit einem historisch tiefen Minus abgeschlossen. Wie aus dem nun beschlossenen Jahresabschluss hervorgeht, verzeichnet die Stadt ein Rekorddefizit von 711,7 Millionen Euro.
Der vom Gemeinderat verabschiedete Jahresabschluss zeigt klare Ursachen für diesen Absturz. Während die Gewerbesteuer-Erträge 2025 deutlich auf 732 Millionen Euro einbrachen, kletterten die Kosten für Personal, Soziales und Sachmittel seit 2021 um rund 1,2 Milliarden Euro.
Laut einer Mitteilung der Stadt kann Stuttgart seine laufenden Ausgaben somit nicht mehr aus eigenen Erträgen decken, Geld für Investitionen fehlt komplett.
Finanzbürgermeister Thomas Fuhrmann (55, CDU) betonte das Ziel, den Haushalt schrittweise wieder ins Gleichgewicht zu bringen, ohne notwendige Investitionen in Bildung und Infrastruktur zu gefährden.
Auch für das laufende Jahr 2026 gibt es keine Entwarnung. Es wird eine weitere Verschlechterung um 22,5 Millionen Euro prognostiziert.
Dass bewilligte Kredite von 649 Millionen Euro bislang nicht angetastet wurden, liegt laut Verwaltung nur an Verzögerungen bei Investitionsprojekten. Fuhrmann mahnte dringende Gegensteuerungsmaßnahmen an und forderte Bund und Land auf, die Kommunen finanziell besser auszustatten.
Titelfoto: Fabrice Weichelt/Stadt Stuttgart
