Unwetter-Windhose über Göppingen!

Böhmenkirch - Was für ein April-Wetter in diesem Jahr! Gleich mehrere Dächer sind am Freitagabend in Böhmenkirch (Landkreis Göppingen) einer Windhose zum Opfer gefallen.

Eine Wasserhose - ähnlich der hier vom 8. April zu sehen in Baden-Württemberg, Friedrichshafen - fegte auch über Göppingen und brachte Dächer zu Bruch.
Eine Wasserhose - ähnlich der hier vom 8. April zu sehen in Baden-Württemberg, Friedrichshafen - fegte auch über Göppingen und brachte Dächer zu Bruch.  © Dr. Christoph Sommergruber/dpa

Ein Hausdach wurde sogar vollständig abgedeckt, teilte die Polizei am Samstagmorgen mit.

Zudem richtete die Windhose an drei weiteren Häusern kleinere Schäden an. An diesen wurden jeweils die oberen Kanten des Daches sowie Teile des Daches beschädigt. Zu Straßensperrungen kam es nicht.

Das Wetter-Phänomen ereignete sich nach Angaben der Polizei gegen 19 Uhr.

Derartige "Wasserhosen"/Tornados bilden sich meist über deutschen Seen immer wieder.

Durch den Klimawandel könnten sie aber stärker werden. Ein Tornado ist eine "Luftsäule" mit Bodenkontakt, die um eine mehr oder weniger senkrecht orientierte Achse rotiert und sich unter einer cumuliformen Wolke befindet.

Immer mehr dieser Naturphänomene möglich!

Der Tornado formte sich 2021 am Himmel über dem Erzgebirge.
Der Tornado formte sich 2021 am Himmel über dem Erzgebirge.  © André März
In Moravská Nová Ves wurden im Frühsommer 2021 durch einen Tornado zahlreiche Häuser beschädigt.
In Moravská Nová Ves wurden im Frühsommer 2021 durch einen Tornado zahlreiche Häuser beschädigt.  © álek Václav/CTK/dpa

Nach dem Tornado mit mehreren Toten und Verletzten in Tschechien vom vergangenen Jahr schließen Wetter-Experten beispielsweise ein Naturphänomen dieser Stärke in Bayern nicht aus. In den Frühjahrs- und Sommermonaten können Windhosen in unseren Breiten auftreten, erklärte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes nach dem Tornado.

Auch Sachsen ist betroffen:

Im September vergangenen Jahres fegte kurz nach dem Tschechen-Tornado ein weiterer durch das Erzgebirge. Deutlich zu erkennen war damals, wie sich der rotierende Aufwind formte und an einer geschlossenen Wolkendecke endete. Bodenkontakt hatte dieser Tornado über dem Erzgebirge nicht. Schäden blieben deshalb glücklicherweise aus.

Erstaunte Anwohner im sächsischen Mildenau hielten die Windhose auf Fotos fest. Deutlich zu erkennen war dabei, wie sich der rotierende Aufwind formte und an einer geschlossenen Wolkendecke endete.

Mehrere Windhosen zogen auch im Jahr 2018 durch die Landkreise Zwickau und Erzgebirge, verwüsteten Häuser und Wälder. Hirschfelds Bürgermeister Rainer Pampel sagte damals:

"Die Folgen des Sturms sind verheerend. Bei uns sieht es aus wie im Krieg!"

Titelfoto: Dr. Christoph Sommergruber/dpa

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