"Call of Duty - Modern Warfare": Ein gutes Ballerspiel, aber ein schlechtes CoD

Deutschland - "Call of Duty" ist seit etlichen Jahren im Grunde die Schusswaffen-Variante von FIFA: ein Vollpreis-Update mit nervigen "Gib uns noch mehr Kohle"-Features. Daran ändert auch "Modern Warfare II" nichts.

Nicht einmal auf Autorennstrecken ist man vor dem Kugelhagel der Online-Gegner sicher.
Nicht einmal auf Autorennstrecken ist man vor dem Kugelhagel der Online-Gegner sicher.  © screenshot/privat

Zugegeben, der Vergleich ist etwas unfair. Vor allem, wenn man an andere Titel denkt (Grüße an Blizzard und ihre "Diablo Immortal"-Frechheit).

Da hält sich das bei CoD tatsächlich im Rahmen und ist für die Performance im Spiel absolut egal.

Allerdings bezahlt man aktuell den Vollpreis für ein Spiel, das an ein Supermarktregal zu Lockdown-Zeiten erinnert: viele Regale, aber Klopapier, Nudeln und Öl kommen erst in den nächsten Wochen - viel Spaß inzwischen mit der Schokocreme.

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Die Schokocreme ist in diesem Fall der Multiplayer-Modus: Jeder weiß, was schlecht daran ist, es ändert sich nie etwas daran, aber trotzdem wollen's alle haben. Allerdings fehlt auch hier noch der Hardcore-Modus, der am 16. November als "Tier 1" nachgereicht werden soll.

Grundsätzlich macht das Online-Geballer auch tierisch Spaß, wenn die Verbindung mal steht. Neue Maps leben ja davon, dass man sie erst mal entdecken will, dann möchte man die Besonderheiten beherrschen und am Ende will man sie dominieren. Bis dahin also nichts Neues.

Neue Kampagnen-Abschnitte ziehen sich teils übertrieben in die Länge

Der Multiplayer liefert neue Level und Modi zum Dauerfeuern, die Kampagne hingegen setzt viel auf Schleichen und Ablenken.
Der Multiplayer liefert neue Level und Modi zum Dauerfeuern, die Kampagne hingegen setzt viel auf Schleichen und Ablenken.  © screenshot/privat

Auch der Third-Person-Modus lässt die CoD-Karten in einem zusätzlichen Gewand erleben und bringt leichte "Metal Gear Solid"-Vibes mit sich.

Das deckt sich dann auch sehr mit der dazugehörigen Kampagne. Anlegen und "Gib ihm" ist hier eher erst zum Ende hin eine gewollte Variante.

Zuvor wird vor allem darauf gesetzt, dass man sich in Solid-Snake-Manier eher leise und aus dem Dunklen heraus durch die Abschnitte kämpft.

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Bahnbrechend ist die Kampagne in der Story nicht, aber wenn man sich die Zwischensequenzen auf modernster Plattform-Technik ansieht, dann muss man schon kurz überlegen, ob wir noch eine grafische Adaption oder schon ein reines Video sehen.

Außerdem hat man neben den obligatorischen Sniper- und Rumfahr-Elementen auch Abschnitte, in denen man auch mal komplett ohne Waffen überleben muss. Was stört: Einige Missionen sind künstlich in die Länge gezogen.

Gefühlt eine halbe Stunde eine Auto-Verfolgungsjagd hinnehmen zu müssen, ist alles andere als vergnügungssteuerpflichtig. Zudem versucht man, zu viele Präferenzen der User abzudecken - was das Banner "CoD" eher abschwächt.

Unfertiges Spiel - unfertiges Fazit: Die Luft nach oben könnte gefüllt werden

Third-Person-CoD? Zumindest bei Blick um die Ecken kommen einem diese Elemente zugute. Dem Gegner allerdings auch.
Third-Person-CoD? Zumindest bei Blick um die Ecken kommen einem diese Elemente zugute. Dem Gegner allerdings auch.  © screenshot/privat

Würde man jetzt eine abschließende Wertung abgeben wollen, so muss man sagen: Geht es Euch ums reine Online-Zocken, bleibt bei einem der Vorgänger.

Aber wir haben hier ein unfertiges Spiel vorliegen, das auch noch ganz offen zugibt, unfertig zu sein. Und darum lohnt sich der Kauf am Ende vielleicht doch. Oder anders: Wir dürfen es jetzt schon zocken, obwohl noch einiges fehlt.

Abgesehen davon, dass standardmäßig erstmals einige Patches kommen mussten, kommt - wie erwähnt - erst noch der Hardcore-Modus nach und natürlich warten alle auf das Mega-Update am 16. November: Warzone 2.

So verliebt wir alle mal - Lockdown sei Dank - in die "Verdansk"-Map waren, und so schnell wir "Caldera" als Nachfolger akzeptiert haben: Wir warten jetzt alle gespannt auf "Al Mazrah".

Zwar wird auch das kostenlos sein, aber mit der Anbindung an die WMII-Elemente wird das Videospiel und seine Features zum Rundum-Sorglos-Paket. Daher - Stand jetzt - vergebe ich "nur" 5/10 Waffen-Aufsätze. Aber: Wenn es mal komplett ist, könnte das durchaus noch mindestens zwei Pluspunkte rausholen.

Titelfoto: screenshot/privat

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