Leipzig - Lange haben Fans auf dieses Spiel gewartet! Mit dem neunten Teil der Reihe, "Resident Evil Requiem", entführt Euch Capcom erneut nach Raccoon City, wo Ihr in der Rolle von gleich zwei verschiedenen Charakteren auf Zombiejagd gehen dürft. Warum das richtig gut funktioniert, verrät Euch unser Test.
Ich muss allerdings mit Kritik anfangen. Man verzeiht ja der RE-Serie recht viele Logiklücken. Man denke nur an das Hand-Ankleben aus Teil acht, na ja.
Was "Requiem" aber in der ersten Stunde an Logikfehlern abliefert, hat mich wirklich schockiert. Ich finde, da ergibt fast nichts Sinn, was sich bei FBI-Agentin Grace Ashcroft und ihrer Vorgehensweise abspielt.
Möglich, dass das aber auch nur so sehr auffällt, weil sie Capcom offenbar absichtlich unfassbar unsympathisch geschrieben hat. Von der Charakterentwicklung im Laufe des Spiels ganz zu schweigen.
Aber genug geschimpft, denn spätestens nach der Anfangssequenz liefert der neunte Teil der Reihe die gewohnte Horror-Kost ab, die Fans so lieben gelernt haben.
Die Entwickler haben hier eindeutig versucht, ein Baby aus dem zweiten und vierten Serienableger zu schaffen. Ganz so, als würden sie selbst bei Umbrella arbeiten. Der Plan war offensichtlich, alle Spieler zu befriedigen. Wer sich gern mehr gruselt, bekommt mit Grace die spielbaren Abschnitte, die Panik und Gänsehaut hervorrufen. Wenn Serienheld Leon am Zug ist, gibt es mit allerhand Waffen ordentlich Wumms und vermeintlich coole Sprüche, auch in wenigen lustigen Situationen.
"Resident Evil Requiem" sieht fantastisch aus
Das klappt so gut, dass während der gesamten Spielzeit deshalb bei mir nie Langeweile aufgekommen ist. Hatte ich das Gefühl, mich endlich auch mal wieder gern wehren zu wollen, durfte ich mit Leon erneut ran. Wobei Grace auch ein paar Dinge an die Hand bekommt, um nicht gleich das Zeitliche segnen zu müssen.
Um es zusammenzufassen: Ihr bekommt, gerade in der ersten Spielhälfte, durch den stetigen, voreingestellten Charakterwechsel eine Menge Abwechslung und die volle Packung Spielspaß.
Später werden Nostalgie-Freunde noch ordentlich bedient, es gibt spielbare (eher weniger gelungene) Rückblenden und ein Finale, mit dem man als Fan durchaus zufrieden sein kann.
Abseits davon sieht "Resident Evil Requiem" einfach unverschämt gut aus, spielt sich bis auf einige seltsam wirkende Ausweichbewegungen sehr gut und hat obendrauf zumindest einen charismatischen Antagonisten zu bieten.
Fazit zu "Resident Evil Requiem"
"Resident Evil Requiem" ist sicher nicht der beste Teil der Reihe. Gerade das Remake von Teil vier war für mich runder und hatte auch die stärkeren Bosse parat. Beispielsweise im DLC von Teil acht war zudem der Gruselfaktor größer. Sprich: Die langlebige Serie hat ein paar Dinge auf jeden Fall schon einmal besser gemacht.
Trotzdem ist "Requiem" ungeachtet einiger Logiklücken ein richtig gutes Spiel geworden, was zu keinem Zeitpunkt langweilt und Euch über die ganze Spielzeit hinweg Freude machen wird. Gerade im ersten Drittel passieren ein paar WTF-Momente, über die ich im Nachgang noch oft schmunzeln musste. Ein Pflichtkauf für Horrorliebhaber, ohne Frage.