"Nioh 3": Warum Ihr trotzdem Lust haben werdet, diese beschwerliche Reise anzutreten!
Leipzig - Die "Nioh"-Ableger liefen unter Soulslike-Fans jahrelang als nischiger Geheimtipp durch die Gamer-Reihen und überzeugten durch ein ausgeklügeltes Kampfsystem, das auch nach Stunden noch extrem viel Spaß macht. Teil 3 möchte nun eine breitere Masse ansprechen. Unser Test zeigt, dass das durchaus klappen könnte.
Denn spätestens seit "Elden Ring" ist das vermeintlich schwere Genre längst im Mainstream angekommen. Unzählige Videos auf YouTube, TikTok und Co. von Spielern, die auf absurde Art und Weise Bosse besiegen oder mehr als unglücklich ins Jenseits befördert werden, gehen teils durch die Decke.
Dahin möchte "Nioh" nun auch, ohne sich aber dabei alles bei den Kollegen von FromSoftware abzugucken und ihrer Reihe einen anderen Stempel aufzudrücken. Vielmehr möchte man bei den eigenen Stärken (und Schwächen) bleiben und einen Schritt weitergehen.
Fangen wir beim Offensichtlichen an. "Nioh 3" sieht nicht schön aus. Grafisch kann Team Ninja einfach nicht oben mitspielen, was man vielleicht aber auch gar nicht möchte.
Die Story spielt wie in den Vorgängern einmal mehr keine Rolle, weil sich die unzähligen japanischen Namen von General XY und Shogun ABC eh keiner merken kann. Zwei Punkte, die, wenn sie nicht richtig zünden, in anderen Spielen schon den Genickbruch bedeuten könnten.
Bei "Nioh" ist das nicht so. Denn das Action-RPG zeichnet sich schon jeher durch das extrem motivierende Kampfsystem aus, das vielfältig und simpel zugleich ist.
Die frischen Ideen von "Nioh 3" können überzeugen
In den beiden Vorgängern war man dabei auf ein Ausrüstungsset limitiert, was sich aber jederzeit anpassen ließ. In "Nioh 3" schlüpft Ihr quasi gleichzeitig in die Rolle eines Samurais UND Ninjas, was sich per Knopfdruck sofort ändern lässt.
Dadurch hat man sozusagen immer die Möglichkeit, zwei unterschiedliche Spielstile einzusetzen. Das ist bei manchen Gegnern auch nötig, denn während einige Yokai lieber schnell per Glefe zur Strecke gebracht werden sollten, braucht es bei anderen Kontrahenten eher die flinken Fähigkeiten eines Ninjas.
Der Wechsel fühlt sich extrem erfrischend an. Genau wie die offene Welt, die es in den beiden ersten Teilen nicht gab. Dort spielte man quasi eine Mission nach der anderen. In "Nioh 3" habt Ihr hingegen eine offene Karte, die mit Levelempfehlungen bestückt ist, sodass Ihr Euch nicht zufällig in ein Gebiet verlauft, wo Ihr besser noch nicht sein solltet.
Die Nebenmissionen innerhalb der Areale greifen prima mit dem Erkundungsdrang ineinander. Man möchte einfach alles abklappern. Dabei bleibt alles so überschaubar, dass nie die erdrückende Aufgaben-Menge eines "Assassins Creed" aufkommt.
Wer zudem kapiert, dass die meisten der Systeme, die Ihr an die Hand bekommt (verschiedene Haltungen, neue Fähigkeiten, Seelenkerne), meistens nur "Nice to have" sind, wird viel Spaß mit dem neuen Ableger haben, auch wenn er im Vergleich zu den Vorgängern deutlich zu leicht geworden ist. Eben, um vielleicht eine breitere Masse zu erreichen.
Fazit zu Nioh 3
Ich hatte anfangs etwas Probleme, bei "Nioh 3" reinzukommen. Das liegt daran, dass ich die beiden Vorgänger quasi aufgesaugt habe und der dritte Teil ja nun doch einige Dinge anders macht. Lässt man sich aber auf die Spielwelt ein und kapiert, wie geschmeidig sich die beiden unterschiedlichen Klassen wechseln lassen, geht das Konzept vollends auf.
Lediglich, dass der Titel (bis auf die großen Bosse) deutlich zu leicht geworden ist, könnte manchen Soulslike-Freunden ein Dorn im Auge sein.
Titelfoto: Koei Tecmo/Team Ninja

