Kampf im Weltraum: Hier entscheidet Ihr selbst, wie viele Menschen überleben!
Leipzig - Es gibt ein neues Spiel in der "Dark Pictures Anthology" von Supermassive Games! "Directive 8020" (Release: 12. Mai) stellt als fünfter Teil den Anfang einer neuen "Staffel" dar und reißt die Spielerschaft mit in eine wilde, oftmals unübersichtliche Sci-Fi-Welt.
Vier Jahre nach der Veröffentlichung von "The Devil in Me", in der sich die Protagonisten in ein Mörderschloss verirrt hatten, befindet man sich bei "Directive 8020" an Bord des Raumschiffs Cassiopeia, das in Richtung des Exoplaneten Tau Ceti f unterwegs ist.
Die Story bedient sich an bekannten Konventionen des Weltraum-Horror-Genres: Einer außerirdischen Lebensform ist es gelungen, an Bord zu gelangen und so die Crew-Mitglieder nach und nach ins Visier zu nehmen.
Durch das dank der dunklen, verwinkelten Flure und Schächte nur eingeschränkte Sichtfeld entsteht bei der Fortbewegung durch das Raumschiff sehr schnell eine spannungsgeladene, durchaus gruselige Atmosphäre. Dazu der ein oder andere Jumpscare - und schon fühlen sich erfahrene "Dark Pictures Anthology"-Zocker bestens aufgehoben.
Die Spannungskurve kann man also als durchaus gelungen bezeichnen ... zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem man dann tatsächlich mal auf eine der feindlichen Lebensformen trifft.
Hier verpufft die bedrohliche Atmosphäre unvermittelt und macht Platz für leider viel zu langsame und starre Kampf-Sequenzen oder Verfolgungsjagden, die man durch kinderleichte Quick-Time-Events meistern kann. Panik? Fehlanzeige! Für ein als waschechtes Horror-Game angepriesenes Werk ist das einfach zu wenig.
"Directive 8020" im Test: Knifflige Entscheidungen bereiten den größten Spielspaß
Insbesondere in den ersten Kapiteln springt das Spiel immer wieder zwischen den Zeitebenen hin und her: Mal befindet man sich in der Gegenwart, dann plötzlich "17 Stunden später". Die Übergänge zwischen den verschiedenen Ebenen empfand ich beim Spielen oft als derart abrupt und verwirrend, dass ich mehr als einmal dachte, ich hätte versehentlich eine Szene verpasst.
Was den Entwicklern hingegen richtig gut gelungen ist, ist das neue "Turning Points"-Feature, durch das man Schlüsselmomente zurückspulen und andere Entscheidungen treffen kann. Denn wie in der Anthologie so üblich, haben Deine Handlungen oftmals tödliche und weitreichende Folgen.
Die Rückspul-Mechanik macht also alle verfügbaren Handlungsstränge mit ihren individuellen Konsequenzen erleb- und spielbar, weshalb ich auch nach Beendigung meines ersten Durchgangs den Controller nicht weggelegt, sondern ab bestimmten Schlüsselmomenten einen anderen Weg gewählt und weitergezockt hab.
Lohnt sich also der Kauf von "Directive 8020"? Es kommt darauf an. Hofft Ihr auf ein gruseliges Horror-Erlebnis, sind Eure 50 Euro anderswo vermutlich besser investiert. Steht Ihr auf ein Adventure, bei dem Ihr knifflige Entscheidungen treffen und so den Spielverlauf selbst beeinflussen könnt, sollte das Spiel durchaus überzeugen. So oder so darf man gespannt sein, was sich "Supermassive Games" für den nächsten Teil der Anthologie einfallen lässt.
Titelfoto: Montage Supermassive Games

