Deutschland - Oft kennt man als Gamer das Gefühl, dass man sich fragt: "Haben die Entwickler eigentlich ihr eigenes Spiel je selbst gezockt oder was soll der Mist?" Einen ganz anderen Weg sollte die Wirtschafts- und Fahrsimulation "The Bus" gehen. Hier halfen die Genre-Fans selbst mit.
Im Gespräch mit TAG24 haben sich Geschäftsführer Thomas Langelotz und Community-Manager Maurice Freund vom Entwickler "TML Studios" vor allem von einer Sache beeindruckt gezeigt: der Community.
Von ihr kamen regelmäßig wichtige Impulse, Ideen und Hinweise auf Fehler.
"Da sind absolute Nerds dabei. Die wissen, auf welchen Strecken nur E-Busse fahren, welche Getriebe welches Gefährt hat, alles", lobt Langelotz.
Sechs Jahre wurde "The Bus" entwickelt. Fünf davon im Early Access zusammen mit den Usern, die stets Feedback gaben.
"Bei Simulationen ist es immer schwer, allen gerecht zu werden", ergänzt Freund. "Aber ich denke, wir haben ein Spiel geschaffen, bei dem alle viel Spaß haben werden." Man lernte viel. Zum Beispiel, dass die Standzeit eines Busses an der Haltestelle nur sieben Sekunden sein darf. Zähl dein Kleingeld also schneller, Omi.
Es gibt verschiedene Modi in dem Spiel. Wie detailliert man versucht hat, ein maximal realistisches Erlebnis zu schaffen, zeigt der "Wirtschaftsmodus".
Community baut bereits andere Städte nach
"Man fängt als Subunternehmer an und muss sich dann nach oben arbeiten", so Langelotz. Dabei muss man stets Kleinigkeiten im Blick haben. Der Akku-Verbrauch bei E-Bussen beispielsweise ist im Winter höher.
Wenn die Leute bei Schneefall ein beheiztes Fahrzeug erwarten, sollte man das einkalkulieren, wenn man durch das 1:1 nachgebaute Berlin fährt. Für das Projekt hat man mit der BVG zusammengearbeitet und sich einiges an Lizenzen geholt.
Am Donnerstag erscheint das Spiel für rund 40 Euro auf PC, Xbox One und PS5. Lediglich über den PC kann man aber auf die Modding-Inhalte zugreifen. Sollte einem Berlin nicht gefallen, zum Beispiel.
"In der Community haben ein paar Leute eine recht beeindruckende Ludwigshafen-Adaption kreiert", so der TML-Boss.
Per Zufallsgenerator passieren auch "Events" wie Autounfälle, Wasserrohrbrüche, Feuerwehreinsätze. Die könnten auch während einem der regelmäßigen "Bus"-Livestreams auf Twitch von TML ausgelöst werden. Dort kann man dann auch das integrierte Radioformat verfolgen.
Ohne bislang alle Faktoren des Games komplett ausgereizt zu haben, geben wir dem Titel schon jetzt sichere 8/10 Haltestellen. Korrigiert wird höchstens nach oben.