Leipzig - So etwas gab es noch nie: Drei Monate, nachdem "Destiny 2"-Entwickler Bungie den Live-Service für seinen beliebten Loot-Shooter beendete, gab das Studio am Montag überraschend bekannt: "Wir sind nicht fertig mit Destiny." Statt des Endes sollen nun sogar neue Spiele folgen. Gleichzeitig kündigten die Entwickler an, verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen zu wollen.
Und das, indem sie die wohl umstrittenste Entscheidung in der Geschichte des Shooters ungeschehen machen: Alte "Destiny 2"-Kampagnen, die ab 2020 nahezu unwiederbringlich gelöscht wurden, sollen nun in das Spiel zurückkehren.
"Es wird etwas Zeit brauchen - ich wünschte, wir könnten einfach einen Schalter umlegen -, aber wir werden die alten 'Destiny 2'-Kampagnen zurückbringen, ebenso wie die dazugehörigen Zielorte und Raids", erklärte Bungies neuer Head of Product und "Marathon"-General-Manager Josh Deane. "Sie hätten ohnehin nie herausgerissen werden sollen."
In einem Blog-Beitrag titelten die Entwickler gar, "Destiny" sei das Fundament ihrer Zukunft und sprachen von neuen Geschichten und Spielen, die ihre Spieler verdienen würden.
In der "Destiny"-Community wurden die Neuigkeiten frenetisch aufgenommen. "Wir haben gewonnen", verkündeten die Streamer "Byf" und "Mactics". "WE ARE SO BACK", erklärte der wohl größte "Destiny"-Creator "Aztecross".
"Destiny 2" ist zurück: "Ihr habt euren Stimmen Gehör verschafft"
Tatsächlich scheint es durchaus der "Destiny"-Community zu verdanken, dass das Spiel nun weiterhin existiert. Während Bungie und dessen Mutterkonzern das Aus vorantrieben und sich sogar von einem Großteil der Entwickler trennten, äußerten die Spieler immer wieder lautstark ihren Unmut über die Entscheidung.
Eine Petition, die die Entwicklung von "Destiny 3" forderte, erreichte mehr als 400.000 Unterschriften. Sonys "State of Play"-Streams wurden immer wieder mit Forderungen nach "Destiny" bombardiert und als das vorerst letzte Update für den Shooter erschien, loggten sich allein auf Steam mehr als 160.000 Spieler gleichzeitig ein.
"Als wir ankündigten, dass 'Monuments of Triumph' das letzte Update für 'Destiny 2' sein würde, habt ihr energisch reagiert. Ihr habt euren Stimmen Gehör verschafft und die Art und Weise, wie ihr aufgetreten seid, hat einen realen Eindruck hinterlassen", würdigte jetzt auch Bungie.
Bleibt zu hoffen, dass die Entwickler ihren Worten diesmal auch Taten folgen lassen. Es wären nicht die ersten leeren Versprechungen, die die Spieler von dem Studio zu hören bekommen. Gleichzeitig wird es nach so einigen Fehlschlägen in der jüngsten Zeit sicherlich auch in Sonys Interesse sein, zumindest etwas an gutem Willen zurückzugewinnen. Die Zukunft von "Destiny" sah lange nicht mehr so vielversprechend aus.