Dualsense Edge im Check: Sind 240 Euro für einen Controller gerechtfertigt?

Leipzig - Sogenannte Pro-Controller gehören mittlerweile zum Standardinventar vieler Hardcore-Gamer. Nachdem bereits Microsoft mit seinem Xbox Elite vorlegt hatte, ist nun auch Sony mit dem Dualsense Edge in den Markt eingestiegen. Stellt sich die Frage: Taugt der Controller etwas? Und kann er mit der Konkurrenz mithalten?

Mit dem Dualsense Edge hat Sony endlich seinen ersten Pro-Controller für die PS5 herausgebracht.
Mit dem Dualsense Edge hat Sony endlich seinen ersten Pro-Controller für die PS5 herausgebracht.  © Eric Mittmann

Seit einiger Zeit suche ich nun schon nach einem für mich passenden Pro-Controller für die PS5. Um in Spielen wie "Destiny" und "Apex Legends" zumindest etwas mit der Jugend mithalten zu können, war ich bereits auf den Xbox Elite umgestiegen. An einem PlayStation-Equivalent mangelte es jedoch lange Zeit.

Tatsächlich hatte ich es bereits mit dem Scuf Reflex Pro versucht, musste dort jedoch feststellen, dass dieser nichts für mich ist. Meine Hände rutschten ständig weg und verkrampften. Zudem wollte ich mit den Einstellungsmöglichkeiten nie ganz warm werden. Meine Hoffnung ruhte also auf dem Edge.

Dessen Vorderseite unterscheidet sich auf den ersten Blick nur marginal von der des herkömmlichen Dualsense. Form und Größe wurden beibehalten, um die Umstellung einfacher zu machen. Design und Verarbeitung sind für einen Controller dieser Preisklasse durchaus gelungen.

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Schaut man dann genauer hin, erblickt man unterhalb der Thumbsticks zwei zusätzlich Pedals, auf die ich später noch genauer eingehen werde.

Auf der Rückseite fällt der Unterschied zwischen Standard und Edge schneller auf. Die Pro-Variante bietet hier Platz für zwei Backpedals. Eine große und eine kleine Version wird jeweils in zweifacher Ausführung mitgeliefert. Darüber hinaus finden sich Schalter, mit denen sich einstellen lässt, wie weit sich die Trigger bewegen, bevor sie reagieren.

Jede Menge Features unter der Haube

Der 240 Euro teure Controller kommt in einem schicken weißen Hardcase. Ebenfalls enthalten: Vier Backpedals in verschiedenen Größen, vier austauschbare Thumbsticks sowie ein extralanges Kabel samt Halterung.
Der 240 Euro teure Controller kommt in einem schicken weißen Hardcase. Ebenfalls enthalten: Vier Backpedals in verschiedenen Größen, vier austauschbare Thumbsticks sowie ein extralanges Kabel samt Halterung.  © Eric Mittmann

Freunde des Xbox Elite kennen das. Dort und auch bei anderen Pro-Controllern wird allerdings auf vier statt auf zwei Backpedals gesetzt. Mich persönlich stört das nicht, da ich ohnehin nur mit zwei Pedals spiele. Für manch anderen könnte dies jedoch zur Einschränkung werden.

Beeindruckender wird der Edge, wenn man ihn dann an die Konsole anschließt. Sony hat seinem neuen Controller-Flaggschiff dort gleich mal ein eigenes Menü spendiert, in dem sich unter anderem die Empfindlichkeit von sowohl Joysticks als auch Triggern haargenau auf Eure Bedürfnisse anpassen lässt. Vier Profile stehen zur Auswahl, um diese für Eure jeweiligen Spiele zu speichern.

Über die erwähnten Pedals auf der Vorderseite lassen sich die vier Profile blitzschnell auswählen, zudem können Lautstärke und Spiel/Chat-Balance eingestellt sowie ins Profilmenü gewechselt werden. Das alles klang für mich zunächst nach Spielerei. Je mehr ich den Edge jedoch nutze, umso mehr weiß ich das Feature zu schätzen.

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Auch cool: Die Stick-Module des Edge lassen sich komplett austauschen, sollte es mal zum sogenannten Stick-Drift kommen. Zwar schlagen neue Module mit einem Preis von 25 Euro ganz schön ins Geld. Besser als sich gleich einen neuen Controller besorgen zu müssen ist das Ganze jedoch allemal.

Schwacher Akku für einen stolzen Preis

Das Design des Edge unterscheidet sich auf den ersten Blick nur marginal von dem des herkömmlichen Dualsense. Schaut man jedoch genauer hin, lassen sich zahlreiche zusätzliche Schalter und Pedals entdecken.
Das Design des Edge unterscheidet sich auf den ersten Blick nur marginal von dem des herkömmlichen Dualsense. Schaut man jedoch genauer hin, lassen sich zahlreiche zusätzliche Schalter und Pedals entdecken.  © Montage: Sony

Ganz ohne Schwächen kommt der Dualsense Edge allerdings nicht aus. Aufgrund der zusätzlichen Features fällt die Akku-Laufzeit sogar noch kürzer aus als die des Standard-Dualsense. Sony erklärte dazu bereits, dass sie bei der Entwicklung bewusst auf einen größeren Akku verzichtet hätten, um die Form des Controllers beibehalten zu können. Als Ausgleich kommt der Edge mit einem längeren Ladekabel. Nett, aber auch nicht für jeden praktisch.

Der größte Kritikpunkt ist für mich jedoch der Preis. Stolze 240 Euro verlangt Sony derzeit für den Edge, fast 100 Euro mehr als Microsoft für den Elite.

Natürlich hätten es ein paar Euro weniger sein können. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass das hier ein Nischenprodukt ist, das Leute kaufen, die dies unbedingt wollen. Für diese Zielgruppe schlägt allein schon die Einstellungssoftware des Edge das Angebot mancher Drittanbieter um Längen und das, obwohl deren Controller teils zum selben Preis über die Kasse gehen.

Casual Gamer, die vielleicht einmal die Woche die Konsole anwerfen, werden um den Edge ohnehin einen Bogen machen. Und wer doch mal auf Backpedals setzen möchte, der bekommt bei Amazon ein entsprechendes Kit, das er oder sie am Standard-Controller anbringen kann - und das für einen Bruchteil des Preises.

Fazit

Mit dem Dualsense Edge ist Sony ein würdiger Einstieg auf den Markt der Pro-Controller gelungen. Der Controller ist hervorragend verarbeitet und bietet sowohl auf Software- als auch Hardwareebene jede Menge Anpassungsmöglichkeiten, über die sich Hardcore-Gamer freuen werden. Wichtiger noch: Sony hat endlich einen eigenen Pro-Controller rausgebracht, der der Qualität der PS5 gleichkommt und dessen Möglichkeiten ausreizt.

Dass sie dafür gleich satte 240 Euro verlangen, wird sich gerade für Casual Gamer kaum rechtfertigen lassen. Aber seien wir ehrlich: Der Edge wurde ohnehin nur für Dauerzocker entworfen. Für die ist es mittlerweile nicht der einzige Controller dieser Preisklasse - und verglichen mit der Konkurrenz definitiv sein Geld wert.

Titelfoto: Eric Mittmann

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