Bristol (England) - Er gilt als einer der bedeutendsten, wenn nicht sogar als der bedeutendste Künstler der Neuzeit. Mit seinen kritischen Schablonengraffiti, die plötzlich an den unmöglichsten Orten auf der ganzen Welt auftauchen, verzaubert er seit Jahrzehnten Abermillionen von Menschen und wahrt dabei stets seine Anonymität. Doch sein größtes Geheimnis soll jetzt gelüftet sein.
So haben es sich drei Journalisten der britischen Nachrichtenagentur "Reuters" zur Aufgabe gemacht, den Mann zu identifizieren, der hinter all den bedeutenden Werken steckt.
Ihre jahrelange Recherche führte sie durch die Straßen Manhattans in New York, nach London und auch durch ein durch den Krieg gebeuteltes Dorf in der Ukraine.
Schließlich, nach mühevoller Arbeit, gelang der Durchbruch: Ein gut 25 Jahre alter Strafzettel, oder vielmehr die Unterschrift unter der Stellungnahme, soll der ultimative Beweis sein.
Hinter dem Pseudonym "Banksy" steckt angeblich ein Mann mit dem Namen Robin Gunningham (53)!
Bereits im Jahr 2008 wurde der Name Gunningham erstmals durch einen Bericht der "Daily Mail" mit dem millionenschweren Künstler in Verbindung gebracht. Doch kurz nach dieser "Entlarvung" soll Gunningham seinen Namen geändert haben. Unter dem Namen "David Jones" reiste er um die ganze Welt - unter anderem auch in den vergangenen Jahren in die Ukraine -, um dort seine Kunst zu schaffen.
Doch ein Werk in New York im September des Jahres 2000 sollte ihm nun zum Verhängnis werden.
So wurde "Banksy" durch einen Strafzettel enttarnt
Ein ehemaliger Manager brachte die Journalisten auf eine heiße Spur. Er verriet ihnen, dass eines von Banksys Kunstwerken auf dem Dach eines Hochhauses in der 675 Hudson Street in Manhattan alles andere als geplant verlief.
Demzufolge erwischten Beamte des NYPD den jungen Banksy auf frischer Tat, wie er ein Werbeplakat auf dem Hochhaus "anpassen" wollte, wenige Wochen, bevor die Fashion Week in New York stattfand.
Und tatsächlich: Die Journalisten fanden den rund 25 Jahre alten Polizeibericht - inklusive Bekenntnisschreiben des Künstlers. Da der entstandene Sachschaden die Grenze von 1500 Dollar überschritt, wurde gegen den Künstler eine Anklage erhoben.
Noch am selben Tag soll "Banksy" wieder auf freiem Fuß gewesen sein, nachdem er sich dazu bereit erklärt hat, seinen Reisepass abzugeben. Später konnte er diesen gegen eine Kaution von 1500 Dollar zurückkaufen.
In einem handschriftlichen Brief, der bisher lediglich der Polizei und dem Gericht vorlag, bekannte sich ein gewisser "Robin Gunningham" zu der Tat.
Die Journalisten baten den Künstler um Stellungnahme, doch "Banksy" möchte sich nicht dazu äußern.