Flugzeug unter Mörser-Beschuss: Pilot muss Landeanflug wegen Hochzeit abbrechen

Paris (Frankreich) - Mit einem solchen Empfangskomitee haben die Passagiere und Besatzungsmitglieder des Fluges U24874 sicherlich nicht gerechnet. Eine Hochzeit in der Nähe des Zielflughafens ließ ein riesiges Feuerwerk zünden, dabei wurde der Flugbetrieb jedoch erheblich beeinträchtigt.

Die Airline betont, dass zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Passagiere bestand. Der Piloten seien bestens qualifiziert und auf Ausnahmesituationen wie diese vorbereitet. (Archivfoto)  © Soeren Stache/dpa

Laut einem Bericht der französischen Tageszeitung "Le Parisien" flog die EasyJet-Maschine am vergangenen Sonntagnachmittag von Venedig nach Paris. Alles verlief planmäßig und der Pilot setzte gegen 17.40 Uhr zum Landeanflug auf die Landebahn 3 des Flughafens Paris-Orly an.

Doch plötzlich sah der Pilot Explosionen und Rauchwolken vor der Landebahn. Tatsächlich befand sich am Boden - unweit der Landebahn - zur selben Zeit ein Hochzeitskonvoi, bei dem voller Euphorie circa zehn Feuerwerks-Mörsergranaten abgefeuert wurden, um die Frischvermählten zu feiern.

Das Feuerwerk stellte jedoch eine große Gefahr für das Flugzeug und die darin befindlichen Passagiere dar. Deswegen entschied sich der Pilot dazu, das Landemanöver sofort abzubrechen und ein Ausweichmanöver zu fliegen. Gegenüber der Tageszeitung bestätigte die Airline, dass das Flugzeug von den Feuerwerkskörpern nicht getroffen wurde.

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Natürlich blieb die Feierlichkeit auch beim Tower des Flughafens nicht unbemerkt. Um weiterhin die Sicherheit für Flugreisende gewährleisten zu können, sperrte der Kontrollturm die betroffene Landebahn 3 für knapp anderthalb Stunden.

Währenddessen steuerte der Pilot eine andere Landebahn am Flughafen an, sodass die Passagiere schließlich doch mit etwas Verspätung an ihrem Zielort ankamen.

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Hier klar zu sehen: Der Pilot des Fluges U24874 musste den ersten Landeversuch abbrechen und auf eine andere Landebahn ausweichen.  © Screenshot: Flightradar24.com

Polizei ermittelt gegen Hochzeitskonvoi

Wenig später überreichte ein Zeuge der französischen Polizei Videomaterial von dem Vorfall. Auf den Bildern sollen etwa 15 Fahrzeuge zu sehen sein, darunter Quads, Autos und eine Limousine. Aus Letzterer wurden die Mörsergranaten verschossen.

Die derzeitigen Ermittlungen sollen klären, ob die Hochzeitsgäste sich zufällig in der Nähe der Landebahn versammelt haben oder ob sie mutwillig versuchten, die tieffliegenden Maschinen abzuschießen. Noch konnte die Polizei die Täter jedoch nicht ausfindig machen.

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