USB-Stick überführt Monster: Betreuer (79) soll 89 Jungen missbraucht haben

Von Michael Evers

Grenoble (Frankreich) - Frankreichs Justiz ermittelt gegen einen 79 Jahre alten Mann, der in einem Zeitraum von fast 60 Jahren 89 Minderjährige sexuell missbraucht haben soll.

Nicht nur Jungen in Frankreich, sondern auch in Deutschland und der Schweiz sollen dem Jugendbetreuer zum Opfer gefallen sein. (Archivbild)
Nicht nur Jungen in Frankreich, sondern auch in Deutschland und der Schweiz sollen dem Jugendbetreuer zum Opfer gefallen sein. (Archivbild)  © Rachel Boßmeyer/dpa

Als Jugendbetreuer soll der Mann während Einsätzen in zahlreichen Ländern, darunter auch in Deutschland und der Schweiz, Jungen im Alter von 13 bis 17 Jahren missbraucht haben, wie die Staatsanwaltschaft in der südostfranzösischen Großstadt Grenoble mitteilte.

Der zuletzt in Marokko wohnende Mann sei bereits 2024 während eines Familienbesuchs in Frankreich festgenommen worden, nachdem ein Neffe bei ihm auf einen USB-Stick mit Aufzeichnungen und Fotos zu den missbrauchten Jugendlichen gestoßen sei. Da die Fahnder nicht alle dort aufgeführten Opfer identifizieren konnten, wurden Betroffene aufgerufen, sich bei den Behörden zu melden.

Zu den Taten soll es zwischen 1967 und 2022 gekommen sein.

Insgesamt soll sich der 79-Jährige an 89 Jungen über Jahrzehnte hinweg vergangen haben. (Symbolbild)
Insgesamt soll sich der 79-Jährige an 89 Jungen über Jahrzehnte hinweg vergangen haben. (Symbolbild)  © 123RF / Liudmilachernetska

Jugendbetreuer soll auch gemordet haben

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, wird außerdem wegen Mordverdachts gegen den Mann ermittelt. Er habe eingeräumt, seine Mutter 1974 im Endstadium einer Krebserkrankung mit einem Kissen erstickt zu haben.

1992 soll er auf die gleiche Weise seine über 90-jährige Tante getötet haben.

Titelfoto: Fotomontage: Rachel Boßmeyer/dpa, 123RF / liudmilachernetska

Mehr zum Thema Frankreich: