Belfast (Nordirland) - Belfast brennt, die Angst regiert! Nach einer brutalen Messerattacke schlägt die Wut in den Straßen von Nordirland in blanke Gewalt um. Menschen werden sogar aus ihren Häusern vertrieben. Jetzt musste die Polizei sogar Wasserwerfer einsetzen, um den wütenden ausländerfeindlichen Mob zu stoppen.
Es ist die zweite Nacht in Folge im absoluten Ausnahmezustand. Am "Sandyknowes-Roundabout" nordwestlich von Belfast eskalierte die Situation völlig.
Maskierte Gestalten rissen Zäune ein, warfen mit Molotowcocktails und zündeten Barrikaden sowie ein Behördenfahrzeug an – ihr Ziel war offenbar ein Hotel für Asylsuchende.
Der öffentliche Nahverkehr wurde komplett lahmgelegt, Geschäfte verrammelten mitten am Tag ihre Türen und ausländische Pflegekräfte wurden auf dem Weg zur Arbeit von Maskierten bedroht.
Besonders erschütternd: Weil der Mob gezielt Jagd auf Migranten machte und von Tür zu Tür zog, verloren laut BBC-Berichten 27 unschuldige Menschen ihr Zuhause – darunter ein gerade einmal zwei Monate altes Baby, das von der Polizei gerettet werden musste.
Auslöser der schweren Unruhen war eine blutige Messerattacke am vergangenen Montag im Norden von Belfast. Dabei wurde der zweifache Familienvater Stephen Ogilvie (40) so schwer im Gesicht und Nacken verletzt, dass er sein linkes Auge verlor.
Der mutmaßliche Täter, ein 30-jähriger Asylsuchender aus dem Sudan, steht mittlerweile wegen versuchten Mordes vor Gericht.
Familie des Opfers schaltet sich ein
Falschinformationen in den sozialen Medien heizten die Stimmung danach derart auf, dass die Lage explodierte.
Dazu solidarisieren sich die Nordiren auf den Straßen mit den Protesten in Southampton. Hier sorgte der Fall Henry Nowak weltweit Schlagzeilen.
Selbst die Familie des Opfers fleht die Menschen im Netz inzwischen an, die Gewalt zu stoppen, und betont, wie wichtig der Beitrag vieler Migranten für die Gesellschaft ist.
Auch wenn die Behörden und der britische Premierminister Keir Starmer die brutale Gewalt scharf verurteilen, bleibt die politische Debatte hitzig.
Conservative-Chefin Kemi Badenoch (46) erklärte zwar, dass niemand das Recht habe, Häuser anzuzünden, betonte aber gleichzeitig, dass die Menschen ein Recht darauf hätten, wütend zu sein und von der Politik sichere Grenzen zu erwarten.