Nahost-Konflikt: Irans Delegation verlässt nach Trumps Drohung Verhandlungsort!

Israel/Iran - Die Konfrontation zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz im Libanon hat den Auftakt der Verhandlungen über eine dauerhafte Beilegung des Iran-Kriegs schwer belastet.

Der US-Vizepräsident JD Vance (41).  © Spencer Platt/Pool Getty Images North America/dpa

Kurz nach Beginn der Gespräche am Sonntag in der Schweiz drohte US-Präsident Donald Trump (80) dem Iran mit neuen Militärangriffen, sollte dieser die Hisbollah nicht zügeln.

Die iranische Delegation verließ daraufhin laut der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna das Hotel, wo die Verhandlungen stattfanden. Irna nannte Trumps Onlinebotschaft "beleidigend".

Die Verhandlungen über eine dauerhafte Friedenslösung hatten am Sonntagnachmittag begonnen. Kurz nach ihrem Start sandte Trump dann eine scharfe Warnung an Teheran hinsichtlich der Hisbollah.

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"Der Iran muss unverzüglich verhindern, dass seine hochbezahlten, an ihn angeschlossenen Gruppen im Libanon Probleme verursachen", schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. "Wenn sie das nicht tun, werden wir den Iran erneut sehr hart angreifen, so wie wir es letzte Woche getan haben, wenn nicht noch härter."

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

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21. Juni, 20.53 Uhr: Irans Delegation verlässt nach Trumps Drohung Verhandlungsort!

Nach den neuen Drohungen von US-Präsident Donald Trump (80) mit Militärangriffen auf den Iran hat die iranische Delegation laut Staatsmedien am Sonntag den Ort der Verhandlungen mit der US-Seite in der Schweiz verlassen.

Die iranischen Unterhändler hätten das Hotel verlassen, wo die Gespräche stattfanden, meldete die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna. Die Agentur verwies in diesem Zusammenhang auf die Onlinebotschaft Trumps vom Sonntag - dieser hatte Teheran mit Blick auf den Konflikt im Libanon mit neuen Angriffen gedroht.

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Der iranische Außenminister Seyyed Abbas Araghtschi (63) soll die Verhandlungen mit seiner Delegation verlassen haben.  © Urs Flueeler/KEYSTONE/dpa

21. Juni, 20.21 Uhr: Mandat für Hormus-Einsatz vor Sommerpause laut Pistorius "völlig offen"

Verteidigungsminister Boris Pistorius (66, SPD) hält ein Bundestagsmandat vor der Sommerpause für einen Bundeswehreinsatz in der Straße von Hormus für wünschenswert, aber nicht für sicher.

Der SPD-Politiker sagte im ARD-"Bericht aus Berlin", es sei "völlig offen", ob der Bundestag bis dahin noch einen Entschluss fasse. Es sei unklar, ob die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz zu einem stabilen Waffenstillstand führten - dieser sei aber Voraussetzung für den Einsatz.

Zudem brauche ein Bundestagsmandat einen internationalen Rahmen. "Den halten wir für gegeben", sagte Pistorius. Er nannte unter anderem die Seerechtskonvention der Vereinten Nationen.

Verteidigungsminister Boris Pistorius (66, SPD) weiß derzeit nicht, ob die Bundeswehr in der Straße von Hormus eingesetzt werden wird.  © Carsten Koall/dpa

21. Juni, 19.23 Uhr: Protest der iranischen Delegation nach Trump-Drohungen

Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim hat die iranische Delegation in Bürgenstock Protest gegen die jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump (80) eingelegt. Dem englischsprachigen Staatssender Press TV zufolge prüfe die iranische Abordnung nun eine angemessene Reaktion darauf.

Laut Tasnim gelten auch Drohungen im Rahmen des Abkommens zwischen den USA und dem Iran als Verstoß, der Teheran zu einer Reaktion berechtigt. Tatsächlich verpflichten sich beide in der Vereinbarung, auf Angriffe und Drohungen zu verzichten.

Kurz darauf berichtete die iranische Nachrichtenagentur Isna, das Treffen zwischen dem Iran, der USA, Pakistan und Katar sei nach 80 Minuten für interne Beratungen unterbrochen worden. Vertreter der iranischen Delegation haben sich dazu bislang nicht offiziell geäußert.

21. Juni, 17.26 Uhr: Iran muss laut Trump sofort seine Stellvertreter im Libanon stoppen

US-Präsident Donald Trump (80) hat in einem neuen Post auf der Plattform Truth Social den Iran aufgefordert, seine "hoch bezahlten Stellvertreter" im Libanon in die Schranken zu weisen. Diese müssten sofort aufhören, Unruhe zu stiften. "Wenn sie das nicht tun, werden wir den Iran erneut sehr hart treffen", drohte Trump.

Zwar nannte Trump die libanesische Hisbollah-Miliz nicht namentlich, sondern spricht von sogenannten Proxys (Stellvertretern). Doch die Gruppe gilt als Teherans wichtigster politischer und militärischer Partner im Libanon und auch als sein wichtigstes Einflussinstrument.

US-Präsident Donald Trump (80) nutzt wieder Truth Social um seine Nachrichten unters Volk zu bringen.  © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

21. Juni, 15.36 Uhr: Gespräche zwischen Iran und USA laut Katar begonnen

In der Schweiz haben nach Angaben des Vermittlers Katar die Gespräche zwischen dem Iran und den USA begonnen.

Ein erstes Treffen auf hochrangiger Ebene habe begonnen, teilte ein Sprecher des katarischen Außenministeriums heute mit. Dabei seien neben Vertretern aus den USA und dem Iran auch Delegationen der vermittelnden Länder Pakistan und Katar vertreten. Man habe die Hoffnung, dass die Treffen zu einer "umfassenden und dauerhaften Einigung führen zu allen Punkten im Rahmenabkommen", auf das Washington und Teheran sich geeinigt haben, hieß es.

Schweiz, Bürgenstock: US-Vizepräsident JD Vance (r., 41) begrüßt den pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif (74) im Rahmen hochrangiger Gespräche.  © Nathan Howard/Pool Reuters/AP/dpa

21. Juni, 13.19 Uhr: Israel lehnt Einschränkungen im Südlibanon strikt ab

Israel ist nach Worten des Verteidigungsministers Israel Katz nicht bereit, Einschränkungen beim Vorgehen seiner Armee im Südlibanon zu akzeptieren. Man könne dort weiterhin "Maßnahmen zur Beseitigung von Bedrohungen ergreifen", hieß es in einer Mitteilung von Katz.

Nach tödlichen Angriffen auf israelische Truppen habe die Armee zuletzt "mit großer Härte reagiert" und "eine sehr große Zahl von Hisbollah-Kämpfern ausgeschaltet", hieß es weiter. "Der Schutz des Lebens unserer Soldaten und Bürger hat oberste und uneingeschränkte Priorität."

Auch nach Verkündung einer Waffenruhe blieben die israelischen Truppen im Südlibanon, bekräftigte er. "Israel wird sich nicht aus der Sicherheitszone im Libanon zurückziehen", sagte er demnach. Die libanesische Regierung stuft das von Israel kontrollierte Areal als völkerrechtswidrig besetztes Staatsgebiet ein.

Das bilaterale Rahmenabkommen zwischen dem Iran und den USA sieht eine umfassende Beendigung der militärischen Konflikte in der Region vor - also auch im Libanon. Israel wirft auch der Hisbollah wiederholte Verstöße gegen die Waffenruhe vor.

21. Juni, 13.16 Uhr: Verhandlungen mit USA auf einen Tag begrenzt

Die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA im schweizerischen Bürgenstock sollen nach Angaben aus Teheran nur einen Tag dauern. Außenamtssprecher Ismail Baghai sagte im Staatsfernsehen IRIB, es sei nicht geplant, die Gespräche über den heutigen Termin hinaus fortzusetzen.

Zunächst stünden bilaterale Treffen mit den pakistanischen und katarischen Vermittlerdelegationen an, am Nachmittag folge dann die Runde mit der US-Delegation.

Neben den politischen Gesprächen sind auch Arbeitsrunden auf Expertenebene geplant. Die sollen sich unter anderem um die Freigabe blockierter iranischer Bankkonten und mögliche Sanktionserleichterungen drehen.

Der iranische Zentralbankgouverneur Nasser Hemmati reiste dafür eigens in die Schweiz. Allerdings ist bislang nicht geklärt, ob auch diese technischen Beratungen bereits nach einem Tag enden oder unabhängig von den Hauptverhandlungen fortgesetzt werden.

21. Juni, 11.09 Uhr: Libanon-Konflikt droht den Iran-Deal zu kippen

Die fortwährenden Kämpfe im Libanon entwickeln sich zum gefährlichsten Störfaktor der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Während die Delegationen in der Schweiz ihre Gespräche aufnehmen wollen, setzen die proiranische Hisbollah-Miliz und die israelischen Streitkräfte ihre gegenseitigen Angriffe fort – und das nur wenige Tage nach einer von den USA verkündeten Waffenruhe.

Damit droht die Libanon-Front die diplomatischen Bemühungen zu durchkreuzen, noch bevor die Unterhändler den eigentlichen Streitpunkt angehen: das iranische Atomprogramm.

Der Konflikt könnte nicht nur die Gespräche zwischen Washington und Teheran entgleisen lassen, sondern stellt auch das Verhältnis zwischen US-Präsident Donald Trump und Israels Premier Benjamin Netanjahu auf eine harte Probe.

Aus Sicht des Politikwissenschaftlers Trita Parsi stellt der Libanon für den Iran eine rote Linie dar. Teheran werde keine weitere Waffenruhe wie in Gaza akzeptieren, die löchrig sei wie ein "Schweizer Käse" und in der Israel einfach weiter nach Belieben vorgehe.

Er glaube zwar nicht, dass der Iran die Straße von Hormus wie angedroht wieder vollständig schließen werde. "Doch sie wedeln kurz vor der nächsten Verhandlungsrunde mit dieser Waffe, um zu signalisieren, dass sie es absolut ernst meinen mit der Forderung, dass Israel seine Angriffe einstellen muss." Parsi ist überzeugt: Der Iran wird darauf bestehen, dass sich Israel nach Ende der 60-Tage-Frist aus dem Libanon zurückzieht.

US-Präsident Donald Trump (80, r.) gibt dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu (76) während einer gemeinsamen Pressekonferenz die Hand.  © Alex Brandon/AP/dpa

21. Juni, 9.40 Uhr: Sieben Tote bei neuen Angriffen Israels im Libanon

Bei erneuten israelischen Luftangriffen im Libanon sind nach dortigen offiziellen Angaben mindestens sieben Menschen getötet worden.

Bei einem Angriff in der Bekaa-Ebene im Osten des Landes seien fünf Menschen getötet worden, darunter ein Kind, eine Frau und zwei ältere Menschen, berichtete die Staatsagentur NNA am Morgen.

In Nähe der südlichen Küstenstadt Tyrus seien zudem zwei Palästinenser ums Leben gekommen. Israels Armee äußerte sich zunächst nicht zu den Berichten.

21. Juni, 7.17 Uhr: Konfliktparteien beschuldigen sich gegenseitig

Die israelische Armee warf der Hisbollah wiederholte Verstöße gegen die Feuerpause vor. Als Reaktion seien Raketenstellungen, Waffenlager und Kommandozentralen der Hisbollah angegriffen worden.

Dagegen erklärte die Miliz, sie habe auf einen Vormarsch der israelischen Truppen reagiert. Die Angaben der Konfliktparteien ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Der Iran verlangt von den USA, Druck auf die israelische Führung auszuüben. Die israelische Armee erklärte jedoch, sie werde auch künftig gegen jede Bedrohun

Kämpfer der Hisbollah Miliz.  © Hussein Malla/AP/dpa

21. Juni, 7.12 Uhr: Kämpfe im Libanon gehen trotz Waffenruhe weiter

Trotz einer erneuten Waffenruhe im Libanon, die seit Freitagnachmittag gilt, gingen dort die Kämpfe zwischen israelischer Armee und Hisbollah-Miliz auch am Samstag weiter - und sorgten für Verstimmungen zwischen den USA und dem Iran.

Teheran sperrte deswegen nach eigenen Angaben die Straße von Hormus erneut für die Durchfahrt aller Schiffe. Der Iran fordert die Einhaltung der Waffenruhe und einen Abzug des israelischen Militärs aus dem Südlibanon.

Das US-Militär widersprach der Darstellung und bekräftigte, der Schiffsverkehr in der Meerenge laufe weiter. 55 Schiffe mit unter anderem 17 Millionen Barrel Öl hätten die Meerenge passiert. Wie die "New York Times" berichtete, war das die größte Anzahl an Schiffen seit der Schließung kurz nach Kriegsbeginn.

Am Samstag hatten libanesische Medien über zahlreiche israelische Luftangriffe mit mindestens 35 Toten berichtet. Die israelische Armee und die proiranische Hisbollah-Miliz machen sich gegenseitig für die Kämpfe und Verstöße gegen die Feuerpause verantwortlich.

Ein Mann, der nach der Bekanntgabe eines ersten Waffenstillstandsabkommens zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran in sein Dorf zurückkehrt und steht auf den Trümmern seines zerstörten Hauses.  © Hussein Malla/AP/dpa

21. Juni, 7.08 Uhr: Trump droht mit US-Maut in Straße von Hormus

Das am Mittwochabend separat unterschriebene Abkommen sieht unter anderem eine Öffnung der Straße von Hormus und ein Ende der US-Seeblockade vor.

Zudem darf der Iran während der 60-tägigen Verhandlungen nicht wie angedroht Gebühren für die Passage verlangen. Das Abkommen trat nach pakistanischen Angaben mit "sofortiger Wirkung" in Kraft.

Nach der erneuten Schließung drohte US-Präsident Donald Trump am Abend seinerseits mit einer US-Maut in der Meerenge. Sollte kein finales Friedensabkommen zustande kommen, könnten sich die USA so ihre Dienste als "Schutzengel" der Region vergüten lassen, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.

Der US-Präsident Donald Trump (80).  © Julien Mattia/Le Pictorium via ZUMA Press/dpa

21. Juni, 7.04 Uhr: US-Vizepräsident Vance rechnet mit Fortschritten

An den heutigen Gesprächen im Luxusresort Bürgenstock unweit von Luzern sollen neben den Kriegsparteien auch Vertreter der Vermittler Pakistan und Katar teilnehmen.

Für die USA reiste Vizepräsident JD Vance an. Er zeigte sich vor dem Abflug vorsichtig optimistisch: "Ich denke, wir werden hoffentlich Fortschritte in der Atomfrage erzielen und auch in der Frage der Waffenruhe im Libanon vorankommen", sagte er.

Vance sagte zudem, dass sich der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, sowie der US-Sondergesandte Steve Witkoff bereits in der Schweiz befänden. Sie kümmerten sich um technische Aspekte dieser Verhandlungen. Nach seinem Eindruck liefen die Dinge gut.

Von iranischer Seite sollen unter anderem Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf als Verhandlungsführer und Außenminister Abbas Araghtschi teilnehmen. Für den Vermittler Pakistan reiste unter anderem Premierminister Shehbaz Sharif an.

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