Nahost-Konflikt: Trump verlangt von Israel mehr Verantwortung

Israel/Iran - Der Iran wird als Teil des Rahmenabkommens mit den USA nach Darstellung von US-Vizepräsident JD Vance (41) wieder Atominspektoren ins Land lassen.

Laut US-Vizepräsident JD Vance (41) werde der Iran als Teil des Rahmenabkommens wieder Atominspektoren ins Land lassen.  © Matt Rourke/Pool AP/dpa

"Ja, absolut", sagte Vance dem US-Fernsehsender NBC News.

Einer der Kernpunkte der Vereinbarung sei, dass die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) und die USA den Iran bei der Vernichtung seines hochangereicherten Urans unterstützen werden. Das sei in der Absichtserklärung "sehr klar festgelegt."

Nach wochenlangen Verhandlungen hatten sich die USA und der Iran in der Nacht auf Montag auf ein Rahmenabkommen hin zu einem Kriegsende verständigt, das am Freitag in der Schweiz unterzeichnet werden soll. Der Text werde nach der Zeremonie veröffentlicht, zitierte der Sender Vance.

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"Es gibt noch einige technische Details zu klären, die nicht den Text der Absichtserklärung selbst betreffen, sondern deren Umsetzung." Ein Starttermin für Atominspektionen könnte demnach ebenfalls am Freitag vereinbart werden.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

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16. Juni. 13.15 Uhr: Trump verlangt von Israel mehr Verantwortung

Israel muss beim Krieg gegen die Hisbollah-Miliz im Libanon nach Worten von US-Präsident Donald Trump verantwortungsvoller handeln.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu "muss mehr Verantwortung zeigen mit Blick auf den Libanon", sagte Trump heute bei einem Treffen mit Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani am Rande des G7-Gipfels im französischen Évian. "Ich bin nicht glücklich damit, wie Israel sich mit dem Libanon und der Hisbollah verhalten hat", sagte Trump.

Israel kämpfe schon "zu lang" gegen die Hisbollah und "zu viele Menschen werden getötet", sagte Trump zu dem Krieg, bei dem im Libanon etwa 3800 Menschen getötet und etwa 11.700 weitere verletzt wurden.

"Man muss nicht jedes Mal ein Wohnhaus zum Einsturz bringen, wenn man nach jemandem sucht. Denn in diesen Wohnhäusern sind viele Menschen, und die sind nicht alle Hisbollah", sagte Trump mit Blick auf Israels Angriffe.

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US-Präsident Donald Trump (80) mahnt Israel zur Zurückhaltung.  © Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

16. Juni, 12.18 Uhr: Weitere Verhandlungen zwischen USA und Iran beginnen am Freitag

Eine weitere Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran soll nach iranischen Angaben direkt nach Unterzeichnung des verhandelten Rahmenabkommens am Freitag in der Schweiz beginnen.

Diese weiteren Gespräche sollten innerhalb von 60 Tagen abgeschlossen werden, sagte Außenminister Abbas Araghtschi nach Angaben der Agentur Tasnim in Teheran.

Ein Ende des Kriegs schließe ein Ende der israelischen Besetzung von Gebieten im Libanon mit ein, sagte Araghtschi demnach weiter. Jegliche neuen israelischen Angriffe auf den Libanon und weitere Besetzung der Gebiete betrachte der Iran als Verstoß gegen die getroffene Vereinbarung.

Von iranischer Seite nehme Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf an den Gesprächen am Freitag Teil, sagte der stellvertretende iranische Außenminister Madschid Tacht-Rawantschi einem weiteren Tasnim-Bericht zufolge. Von US-Seite soll Vizepräsident JD Vance vor Ort sein, hatte US-Präsident Donald Trump gesagt.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi pocht im Rahmen der Friedensverhandlungen auf ein Ende der israelischen Besetzung von Gebieten im Libanon.  © Dmitri Lovetsky/Pool AP/dpa

16. Juni, 10.07 Uhr: Details zu Iran-Abkommen müssen vor deutschem Hormus-Einsatz klar sein

Vor einer Entscheidung über einen Marineeinsatz in der Straße von Hormus müssen aus Sicht von Außenminister Johann Wadephul die Details der Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran bekannt sein.

"Diese Absichtserklärung, die kennen wir noch nicht. Die soll jetzt nach Freitag veröffentlicht werden", sagte der CDU-Politiker im ARD-"Morgenmagazin".

Er bekräftigte die grundsätzliche Bereitschaft der Bundesregierung, einen Beitrag zur Minenräumung in der Straße von Hormus zu leisten. Deutschland habe wirtschaftliche und sicherheitspolitische Interessen, dass diese Seefahrtstraße wieder frei wird.

Aber natürlich müssten die Voraussetzungen dafür stimmen, betonte Wadephul. "Wir müssen wissen, was steht in dem Abkommen drin? Wir müssen wissen: Gibt es ein allgemeines Einverständnis, dass dieses Minenräumen dort stattfindet?"

Deutschland könnte sich an einem Einsatz in der Straße von Hormus beteiligen. Doch Außenminister Wadephul pocht darauf, dass dafür erst mal klar sein muss, was die USA und der Iran genau vereinbart haben.  © Elisa Schu/dpa

16. Juni, 6.27 Uhr: Mehrere iranische Schiffe passieren US-Blockade

Nach der Einigung zwischen den USA und dem Iran haben die ersten iranischen Schiffe nach Angaben staatlicher Medien das von der US-Seeblockade betroffene Gebiet im Golf von Oman durchquert.

Mindestens drei Öltanker und zwei Frachtschiffe hätten die Zone am Montagabend ohne Zwischenfälle passiert, berichtete unter anderem der iranische Sender Press TV unter Berufung auf gut informierte Kreise.

Auch der Dienst TankerTrackers, der Schiffsbewegungen beobachtet, berichtete auf der Plattform X, ein mit zwei Millionen Barrel iranischem Rohöl beladener Supertanker habe die Blockadelinie der US-Marine durchbrochen. Weitere Tanker befänden sich nahe der Linie oder nicht mehr in iranischen Häfen.

Erste Schiffe sollen von der US-Seeblockade betroffene Gebiet im Golf von Oman durchquert haben.  © Amirhosein Khorgooi/ISNA/AP/dpa

15. Juni, 21.07 Uhr: Israel laut Netanjahu vor Gefahr atomarer Auslöschung gerettet

Die Kriege gegen den Iran haben nach Darstellung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu eine unmittelbar drohende Bewaffnung Teherans mit Nuklearwaffen verhindert.

"Wir haben den Staat Israel vor der Bedrohung einer atomaren Auslöschung gerettet", sagte Netanjahu. Der Iran sei vor dem Krieg im Juni vergangenen Jahres in Richtung einer atomaren Aufrüstung "galoppiert".

Ohne die massiven Angriffe gemeinsam mit den USA "hätte der Iran schon Atombomben", sagte der israelische Regierungschef. Millionen von Israelis hätten sich in einem solchen Fall in tödlicher Gefahr befunden. Diese Bedrohung sei "um Jahre" aufgeschoben worden. Teheran hat immer wieder betont, keine Atomwaffen anzustreben, sein Nuklearprogramm diene nur zivilen Zwecken.

Netanjahu bekräftigte, er werde eine nukleare Aufrüstung Teherans niemals dulden. "Mit Abkommen oder ohne Abkommen - der Iran wird keine Atomwaffen haben", sagte er. "Solange ich Israels Ministerpräsident bin, wird dies nicht geschehen."

Benjamin Netanjahu (76), Ministerpräsident von Israel.  © Ronen Zvulun/Pool Reuters/AP/dpa

15. Juni, 19.14 Uhr: JD Vance soll Iran-Abkommen unterzeichnen

US-Präsident Donald Trump schickt seinen Vize JD Vance zur Unterzeichnung des Iran-Rahmenabkommens in die Schweiz.

JD werde kommen, sagte der Republikaner auf dem G7-Gipfel am Genfersee bei einem Gespräch mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf eine Journalistenfrage. Trump ließ offen, ob er selbst in irgendeiner Weise beteiligt sein werde.

Am Vortag hatten sich die USA und der Iran auf ein Rahmenabkommen verständigt. Dieses zieht vertiefte Verhandlungen über ein mögliches Ende des Krieges nach sich. Medienberichten zufolge soll Ort der Unterzeichnung Genf sein. Die USA und Israel hatten am 28. Februar den Krieg gegen den Iran begonnen. Seit April galt eine Waffenruhe, es kam aber immer wieder zu gegenseitigen Angriffen.

Der Vizepräsident der USA, JD Vance (41).  © Sven Hoppe/dpa

15. Juni, 19.11 Uhr: USA stellen dem Iran laut US-Beamten Milliardenhilfen in Aussicht

Die USA haben dem Iran im Rahmen des geplanten Abkommens US-Regierungskreisen zufolge Zugang zu einem Wiederaufbaufonds im Umfang von 300 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt.

Voraussetzung sei jedoch, dass der Iran seine Verpflichtungen aus dem Abkommen erfülle, sagte ein hochrangiger Regierungsbeamter.

Zugleich betonte er, dass es nicht darum gehe, den Iran für seine Teilnahme an den Verhandlungen zu belohnen. Teheran müsse zunächst beweisen, dass es dauerhaft auf den Erwerb von Atomwaffen verzichte und keine Aktivitäten verfolge, die eine Wiedereinführung von Sanktionen auslösen könnten. Zudem dürften freigegebene Mittel nicht zur Unterstützung von Terrorismus oder zur Destabilisierung der Region verwendet werden. US-Vizepräsident JD Vance sagte dem US-Sender CBS, dass der Fonds von den Golfstaaten mitfinanziert werden solle.

15. Juni, 19.09 Uhr: Toter laut Berichten bei israelischem Drohnenangriff im Libanon

Trotz der Einigung zwischen den USA und dem Iran ist es Berichten zufolge zu einem tödlichen Drohnenangriff Israels im Süden des Libanons gekommen.

Der libanesischen Nachrichtenagentur NNA zufolge wurde ein Auto in der Nähe der Ortschaft Kfar Tebnit angegriffen. Der Fahrer kam demnach bei dem Vorfall ums Leben.

Das israelische Nachrichtenportal "ynet" berichtete unter Berufung auf Sicherheitsquellen, ein Fahrzeug sei von einer Drohne attackiert worden, um "eine Bedrohung zu eliminieren". Israels Armee teilte auf Anfrage lediglich mit, man prüfe die Angaben.

Nach Darstellung der mit dem Iran verbündeten Schiitenmiliz Hisbollah soll die Einigung zwischen Teheran und Washington auch für den Libanon gelten. Doch israelische Minister widersprachen dieser Darstellung.

Die Einigung zwischen dem Iran und den USA macht Hoffnung, dass auch im Libanon die Waffen schweigen könnten. (Archivbild)  © Mohammed Zaatari/AP/dpa

15. Juni, 19.05 Uhr: Trump hat laut US-Kreisen Iran-Abkommen digital unterschrieben

Vor der offiziellen Unterzeichnung eines Rahmenabkommens an diesem Freitag haben US-Präsident Donald Trump und Vizepräsident JD Vance US-Regierungskreisen zufolge das entsprechende Dokument bereits digital unterzeichnet.

Das sagte ein hochrangiger US-Regierungsbeamter. Von iranischer Seite habe der Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf unterschrieben. Aus Teheran gab es zunächst keine Bestätigung dafür.

Nach wochenlangen Verhandlungen hatten sich die USA und der Iran am Sonntag auf das Abkommen verständigt, über dessen Inhalt noch nicht viel bekannt ist. Viele Stimmen bewerteten den Deal als Zwischenschritt in einem diplomatischen Prozess mit noch vielen Hürden.

US-Präsident Donald Trump (80).  © Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

15. Juni, 17 Uhr: Iran bekommt laut JD Vance keinen einzigen amerikanischen Dollar

Vor dem Hintergrund eines potenziellen Deals zwischen den USA und dem Iran ist US-Vizepräsident JD Vance Befürchtungen vor etwaigen Zugeständnissen an Teheran entgegengetreten.

"Wir geben ihnen kein amerikanisches Geld, kein einziger Dollar aus amerikanischen Mitteln wird an den Iran fließen", sagte er in der US-Sendung "Good Morning America".

Stattdessen ginge es "im Wesentlichen um Sanktionserleichterungen", sagte Vance weiter. Sollte Teheran etwa auf seine Bestände an hoch angereichertem Uran verzichten oder eine Verifikation zulassen, damit die USA sicher sein könnten, dass der Iran keine Atomwaffe baue, würden Sanktionen aufgehoben. "Es geht hier also wirklich darum, einen Weg einzuschlagen, auf dem die Iraner in der Weltwirtschaft aufgenommen werden, wenn sie das Richtige tun", sagte Vance weiter,

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