Massenprotest auf Mallorca eskaliert: Polizei geht mit Schlagstöcken auf Demonstranten los
Palma (Mallorca/Spanien) - Tausende Einheimische sind am Sonntag auf Mallorca auf die Straße gegangen, um friedlich gegen den Massentourismus auf der Insel zu protestieren. Am Abend eskalierten die Proteste, es kam zu Auseinandersetzungen zwischen den Demonstranten und der Polizei.
Es war die bislang größte Protestaktion gegen den Massentourismus auf Mallorca. Ins Leben gerufen wurde die Demo von der Initiative "Menys Turisme, Més Vida" (zu Deutsch: "Weniger Tourismus, mehr Leben").
Die Polizei sprach von 25.000 Teilnehmenden, die einen grundlegenden Wechsel in der Tourismuspolitik forderten, der Veranstalter hingegen von rund 70.000, wie das Mallorca Magazin berichtet.
Sie brachten ihren Frust über die Auswirkungen des immer weiter wachsenden Besucher-Stroms auf ihren Wohnraum, ihre Lebensqualität und die Arbeitsbedingungen auf Mallorca zum Ausdruck.
Mit Plakaten, die von Worten wie "Mallorca overbooked" oder "Tourists go home" geziert wurden, versammelten sich die Einheimischen an der Plaça d'Espanya im Zentrum der Hauptstadt und zogen später in Richtung der Kathedrale auf dem Gelände Ses Voltes.
Doch dann eskalierte die Situation und es kam zu Ausschreitungen zwischen den Demonstranten und der Nationalpolizei.
Polizei geht mit Schlagstöcken auf Demonstranten los: Zwölf Menschen verletzt
Videos im Netz zeigen, wie Beamte mit großer Härte gegen die Protestler vorgingen. Mit Schlagstöcken trieben die Polizisten die Menschen auseinander, was die Provokation verursacht hatte, ist bislang unklar.
Zwölf Menschen wurden bei der Auseinandersetzung verletzt. Zudem soll eine Frau festgenommen worden sein, was ihr vorgeworfen wird, ist nicht bekannt.
Wie die Mallorca Zeitung weiter berichtet, wurde noch am selben Abend Alfonso Rodríguez, der Leiter der ständigen Vertretung der Zentralregierung auf den Balearen, zum Rücktritt aufgefordert.
Die Zentralregierung ist für die Einsätze der Nationalpolizei verantwortlich.
Auf X schrieb er: "Ich verfolge mit Besorgnis die Ereignisse nach der heutigen Demonstration. Es gibt Bilder, die nicht hinnehmbar sind."
Rodríguez wolle einen umfassenden Bericht über die ergriffenen Maßnahmen und die erforderlichen Erklärungen anfordern, um mögliche Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen.
Titelfoto: Bildmontage: Clara Margais/dpa / Tomàs Moyà/EUROPA PRESS/dpa

