Eine Tote, 13 Verletzte: Holte sich Touri-Attentäter Inspiration von Massaker an Columbine Highschool?
Teotihuacán (Mexiko) - Der Täter des tödlichen Schusswaffenangriffs an einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Mexikos war nach Angaben der mexikanischen Behörden womöglich von dem Schulmassaker an der Columbine Highschool in den USA inspiriert gewesen.
In dem mutmaßlich dem Schützen gehörenden Rucksack seien unter anderem Schrift- und Bildmaterial gefunden worden, das "mit gewalttätigen Ereignissen in Verbindung steht", die "im April 1999 in den USA stattgefunden haben", sagte der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates Mexiko, José Luis Cervantes, am Dienstag.
Am 20. April 1999 hatten zwei schwarz gekleidete und vermummte Jugendliche an der Columbine Highschool in Littleton im Bundesstaat Colorado zwölf Mitschüler und einen Lehrer erschossen. Danach nehmen sie sich das Leben. Mehrere andere Attentäter in den USA nannten das berühmte Massaker später als Inspiration für ihre Angriffe.
Der Schusswaffenangriff am Montag, auf den Tag genau 27 Jahre nach dem Massaker in Columbine, hatte sich zur Mittagszeit in der bei Touristen sehr beliebten Stätte Teotihuacán im Zentrum Mexikos ereignet.
Der Angreifer erschoss eine kanadische Touristin und nahm sich schließlich das Leben. Insgesamt wurden 13 Menschen verletzt: Sechs Menschen durch Schüsse, sieben weitere Menschen verletzten sich bei der Flucht.
Verdächtiger soll Touri-Hotspot vor Anschlag mehrmals ausgekundschaftet haben
Eine US-Touristin, die den Angriff überlebt hatte, sagte der mexikanischen Zeitung "Milenio", der Schütze habe gesagt, dass am Montag der Jahrestag des Columbine-Massakers sei. Er habe außerdem gesagt, dass die Pyramide in vorkolonialer Zeit ein Ort für rituelle Opfer gewesen sei.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelte es sich um einen geplanten Angriff. Der Verdächtige, ein 27-Jähriger, habe die archäologische Stätte mehrfach vorab besucht, im Vorfeld in Hotels in der Nähe übernachtet "und von dort aus seine Gewalttaten geplant", sagte Cervantes.
Nach dem Vorfall forderte die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum (63) strengere Waffenkontrollen an Touristenorten in Mexiko.
Die Ruinen von Teotihuacán, zu denen unter anderem die Mond- und die Sonnenpyramiden gehören, besuchten im Jahr 2025 mehr als 1,8 Millionen Menschen. Die rund 50 Kilometer von der Hauptstadt Mexiko-Stadt entfernt gelegene Anlage gehört zum Unesco-Weltkulturerbe.
Titelfoto: Montage: RAY MARMOLEJO / AFP, YURI CORTEZ / AFP

